Arbeiten in mehreren Staaten

Es kommt regelmäßig vor, dass jemand in mehreren EU-Ländern arbeitet. Man arbeitet zum Beispiel für eine deutsche Firma in den Niederlanden und in Deutschland oder man arbeitet als internationaler LKW-Fahrer. Wenn man in verschiedenen Ländern arbeitet, ist in der EU-Verordnung geregelt, welche sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen zu beachten sind. Dabei ist zu beachten, ob man als Arbeitnehmer oder aber selbstständig tätig ist. Zugleich ist es von Bedeutung, ob man auch in seinem Wohnstaat arbeitet.

  • Wenn Sie in verschiedenen Ländern arbeiten ist Ihre Arbeitszeit im Wohnstaat maßgebend dafür, welche gesetzliche Regelung angewandt wird. Beträgt die Arbeitszeit im Wohnstaat mehr als 25%, gilt die Sozialversicherungspflicht des Wohnlandes. Arbeitet man in mehreren EU-Ländern, aber nicht im Wohnstaat, dann gilt im Prinzip die Sozialversicherung des Landes, in dem der Arbeitgeber ansässig ist. Arbeitet man für verschiedene Arbeitgeber in mehreren EU-Ländern, aber nicht im Wohnstaat, dann gilt die Sozialversicherungspflicht des Wohnlandes.
  • Arbeitet man in mehreren EU-Ländern für einen Arbeitgeber der im Wohnland ansässig ist und ist auch im Wohnland tätig, dann gilt die Sozialversicherungspflicht des Wohnlandes.
  • Für das Schifffahrts-Personal (Binnenschifffahrt und Große Fahrt) gilt eine andere Regelung. Für sie gilt die Sozialversicherung des Landes, in dem der Arbeitgeber ansässig ist.
  • Auch für Beamte gelten andere Regeln. Jemand, der in mehreren Ländern arbeitet, aber in einem Land Beamter ist, ist in dem Land sozialversichert, in dem er verbeamtet ist. Ist jemand sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden als Beamter tätig, dann gelten die Sozialversicherungen beider Länder.
  • Seit dem 1. Mai 2010 gelten keine besonderen Regelungen mehr für Fahrer im internationalen Frachtverkehr und für das so genannte „fliegende Personal“.
  • Leistungen bei Arbeitslosigkeit (Arbeitslosengeld) werden wie versicherungspflichtige Arbeit gewertet. Wohnen Sie in den Niederlanden und haben Sie eine Teilzeitstelle von 20 Wochenstunden in Deutschland sowie ein niederländisches Arbeitslosengeld, das nach 20 Stunden berechnet ist, dann sind Sie in den Niederlanden sozialversicherungspflichtig. Ihr deutscher Arbeitgeber hat dann in diesem Falle die Sozialversicherungsbeiträge in die Niederlande abzuführen.

In Zweifelsfällen oder in Situationen, in denen für Arbeitnehmer keine eindeutigen Regelungen bestehen, ist es möglich, dass zwei beteiligte EU-Länder sich auf eine Lösung einigen.

Weitere Informationen darüber erhalten Sie in Deutschland bei der DVKA (Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland) und in den Niederlanden bei der SVB (Sociale Verzekeringsbank).

Wohnen in Arbeit in den Niederlanden Arbeit in Deutschland Sozialversicherung
Niederlande Arbeitnehmer >25% Arbeitnehmer Niederlande
Niederlande Arbeitnehmer niederländisches Unternehmen Arbeitnehmer (entsendet von niederländisches Unternehmen) Niederlande
Niederlande Selbstständiger Arbeitnehmer Deutschland
Niederlande Arbeitnehmer Selbstständiger Niederlande
Niederlande Selbstständiger >25% Selbstständiger Niederlande
Deutschland Arbeitnehmer Arbeitnehmer >25% Deutschland
Deutschland Arbeitnehmer (entsendet von deutsches Unternehmen) Arbeitnehmer in deutsches Unternehmen Deutschland
Deutschland Selbstständiger Arbeitnehmer Deutschland
Deutschland Arbeitnehmer Selbstständiger Niederlande
Deutschland Selbstständiger Selbstständiger >25% Deutschland