Familie

Wer in unterschiedlichen Ländern wohnt und arbeitet und täglich oder mindestens wöchentlich in das Wohnland zurückkehrt, ist ein sogenannter Grenzpendler. Dieser hat aufgrund von EU-Verordnungen nach europäischem Recht einen besonderen Status. Es ist festgelegt, welches Recht zutrifft, wobei gilt, dass jeweils nur ein Sozialversicherungsrecht gelten darf: entweder das des Wohnlandes oder das des Arbeitslandes. In diesem Fall also entweder das deutsche oder niederländische Sozialversicherungssystem. Im Prinzip gilt das Versicherungsrecht des Arbeitslandes. Dabei ist es egal, wie viele Stunden dort gearbeitet werden oder wie viel man verdient. Auch für die Familie kann es Folgen haben.

Kinder

Bei Schwangerschaft/Geburt übernimmt der niederländische Arbeitgeber die Lohnfortzahlung für die Dauer von vier bis sechs Wochen vor der voraussichtlichen Niederkunft und für zehn bis zwölf Wochen nach der Geburt. Insgesamt hat eine schwangere Arbeitnehmerin somit einen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Schwangerschaft/Geburt von mindestens 16 Wochen. Dem Arbeitgeber wird der gezahlte Lohn vollständig von der UWV erstattet. Im Falle eines nicht mehr vorhandenen Arbeitgebers, zum Beispiel wenn ein Arbeitsverhältnis mit einer Zeitarbeitsfirma (uitzendbureau) bestand, übernimmt die UWV die komplette Lohnfortzahlung in voller Höhe.

Wohnt man in Deutschland, dann besteht ein Recht auf Elterngeld. Dabei handelt es sich um eine finanzielle Unterstützung für Eltern, von denen ein Teil im ersten Jahr nach der Geburt weniger arbeitet, um das Kind aufzuziehen. Das Elterngeld wird auch gezahlt, wenn nicht weniger gearbeitet wird oder ein Elternteil nicht arbeitet.
Aufgepasst: Es kann sein das das Elterngeld sich auswirkt auf die niederländische Steuern. Es kann auch sein das über das Elterngeld in den Niederlanden Beiträge für die niederländische ´Volksverzekeringen´ abgeführt werden müssen.

Für Kinder unter 18 Jahren besteht in den Niederlanden ein Anspruch auf Kindergeld (kinderbijslag). Arbeitet der (Ehe)Partner sozialversichert in Deutschland, so ist dort das deutsche Kindergeld zu beantragen. Arbeitet der Partner in einem Minijob mehr als 8 Stunden die Woche, besteht auch Recht auf deutsches Kindergeld. Da das niederländische Kindergeld niedriger ist als das deutsche, entfällt der Antrag in den Niederlanden. Arbeitet der Partner nicht, dann ist unbedingt das niederländische Kindergeld zu beantragen. Der nicht arbeitende Partner kann in Deutschland die Aufstockung des niederländischen Kindergeldes auf das deutsche Niveau beantragen. Arbeiten beide Eltern in den Niederlanden, dann besteht auch Anspruch auf eine Aufstockung auf das deutsche Niveau.

Krankenversicherung und Familie

Wenn Ihr Partner und/oder Kinder bei Ihnen mitversichert werden müssen, wird dieses durch die deutsche Krankenkasse nach deutschem Recht festgelegt. Der verheiratete Partner ohne ein Einkommen und Kinder können nach dem deutschen Recht mitversichert werden. Die deutsche Krankenkasse füllt dafür die Rückseite des Formulars S1 aus und schickt dieses an das CAK in den Niederlanden zurück. Das CAK ist keine Krankenkasse, aber registriert alle Familienversichterten und sorgt für die Beitrags-Eintreibung. Der verheiratete Partner und die Kinder, die 18 Jahre oder älter sind, bezahlen den Basisbeitrag in den Niederlanden an das CAK (etwa € 105,- im Monat ab den 1.1.2018). An die deutsche Krankenkasse braucht kein Beitrag gezahlt zu werden.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website vom CAK (nur auf Niederländisch).

Wenn der Partner in Deutschland arbeitet und selbstständig versicherungspflichtig ist, werden die Kinder mit dem Partner zusammen in Deutschland versichert. Ihr Partner und die Kinder haben dann nichts mit der niederländischen Krankenversicherung (ZVW) oder der niederländischen Pflegeversicherung (WLZ) zu tun.