Krankenversicherung

Wenn Sie in den Niederlanden arbeiten, dann sind Sie krankenversichert in den Niederlanden. In unterstehendem Film wird alles wichtige erklärt.

Die Informationen aus dem Film können Sie hier auch nachlesen.

Krankenversicherung und Kosten

Sie müssen sich selbst bei einer beliebigen niederländischen Krankenkasse (zorgverzekeraar) anmelden. In den Niederlanden gibt es die sogenannte Zorgverzekeringswet (Zvw; Krankenversicherungsgesetz) und die sogenannte Wet langdurige zorg (Wlz; Langzeitpflegegesetz). Ihr Arbeitgeber führt die prozentuellen Beitragssätze ab. Sie selbst bezahlen den nominalen Beitrag von zwischen € 85,- und € 115,- pro Monat an den zorgverzekeraar. Die Höhe diesen Beitrages ist abhängig von dem zorgverzekeraar und der Höhe der gewählten Selbstbeteiligung (mindestens € 385,- pro Kalenderjahr, maximal € 885,-). Die Selbstbeteiligung wird bei allen Behandlungen und Medikamenten, außer dem Hausarztbesuch, angesprochen bevor die Versicherung zahlt. Dies gilt allerdings nur wenn Sie sich in den Niederlanden behandeln lassen.

Von dem zorgverzekeraar können Sie ein S1-Formular (früher E106) bekommen. Mit diesem melden Sie sich bei Ihrer Krankenkasse an. Sie können dann Leistungen in Deutschland und in den Niederlanden in Anspruch nehmen nach den jeweils in dem Land geltenden Bestimmungen. Die einzige Ausnahme ist das Pflegegeld. Hierauf haben Sie keinen Anspruch.

Familienversicherung

Die deutsche Krankenkasse prüft ob Ihr Partner und Ihre Kinder bei Ihnen mitversichert werden können. Mehr über die Familienversicherung finden Sie hier.

Zorgtoeslag

Wenn Sie in den Niederlanden krankenversichert sind und relativ wenig Einkommen haben, können Sie beim belastingdienst (niederländisches Finanzamt) einen Zuschuss zu den Krankenversicherungskosten (zorgtoeslag) beantragen. Für Alleinstehende gilt ein Maximum von etwa € 30.000,- Brutto im Jahr, für Personen die zusammenleben gilt ein Maximum von etwa € 38.000,- Brutto im Jahr. Um den Antrag zu erhalten, rufen Sie den belastingdienst an unter Telefonnummer +31 55 538 538 5.

Krankmelden

Wenn Sie in den Niederlanden arbeiten und sich krankmelden, gelten andere Regeln als bei einer Krankmeldung bei einem deutschen Arbeitgeber. So hat der niederländische Arbeitgeber beispielsweise eine Lohnfortzahlungsverpflichtung von bis zu 104 Wochen. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet während dieser Zeit 70% des letzten Lohnes zu zahlen. In der cao kann eine Aufstockung geregelt sein.

Wenn Ihr Arbeitsvertrag endet während Sie krank sind, zahlt das UWV (niederländische Behörde) oftmals eine ziekengelduitkering (Krankengeld). Dies ist auch der Fall, wenn Sie einen niederländischen Zeitarbeitsvertrag haben. Es gibt niederländische Zeitarbeitsfirmen die auch bei Krankheit weiterhin Lohn zahlen.

Wenn Sie krank sind, dann rufen Sie erst Ihren niederländischen Arbeitgeber an und beachten die dort geltenden Regeln. Meistens wird der Arbeitgeber einen arbodienst (Betriebsarzt) beauftragen Ihre Arbeitsunfähigkeit zu überprüfen und Ihre Reintegration zu begleiten. Sie können auch zu Ihrem Hausarzt gehen. Das ist sogar erforderlich, wenn Sie vom Arbeitgeber keine Lohnfortzahlung erhalten, sondern eine ziekengelduitkering (Krankengeld) vom UWV erhalten. Der Hausarzt wird Sie bei Ihrer Krankenkasse krankmelden. Die Krankenkasse leitet Ihre Krankmeldung weiter an das UWV oder an den arbodienst Ihres Arbeitgebers. Eine Kopie der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von Ihrem Arzt geben Sie Ihrem Arbeitgeber.