Renten

Altersrente

Die AOW-Leistung (AOW steht für: Allgemeines Altersgesetz) ist eine Grundleistung für Senioren über 65. Nach dem AOW kann ebenfalls ein Zuschlag für Partner unter 65 Jahren gezahlt werden, sofern sie kein oder nur geringes eigenes Einkommen beziehen. Wie hoch Ihre AOW-Leistung ist, hängt von Ihrer Wohnsituation ab und von der Anzahl Ihrer Versicherungsjahre nach dem AOW.

Die Beiträge, die Sie jetzt zahlen, werden nicht für Sie persönlich zurückgelegt, sondern im Umlageverfahren für die heutigen Rentner verwendet. Wenn die SVB in Zukunft Ihre AOW-Leistung bewilligt, werden auch Ihre Wohnsituation und das Alter Ihres Partners berücksichtigt. Für jedes Jahr, das Sie ab Ihrem 15. Lebensjahr in den Niederlanden wohnen oder arbeiten, bauen Sie einen AOW-Leistungsanspruch von 2% auf. Haben Sie von Ihrem 15. bis zu Ihrem 65. Lebensjahr ununterbrochen in den Niederlanden gewohnt oder gearbeitet, beziehen Sie 100% der AOW-Leistung: 50 x 2%. Wohnen Sie in Deutschland und haben Sie 8 Jahre in die Niederlande gearbeitet, erhalten Sie für diese Jahre eine AOW-Leistung von 8 x 2% = 16%.

Ab wann in Rente?

Das AOW-Eintrittsalter wird bis zum Jahr 2018 schrittweise auf 66 Jahre und bis zum Jahr 2021 auf 67 Jahre angehoben. Ab 2022 wird das AOW-Eintrittsalter an die Lebenserwartung gekoppelt. Kontrollieren Sie jährlich im Januar, ob Ihr AOW-Eintrittsalter feststeht. Ihr AOW-Eintrittsalter steht 5 Jahre vor Erreichen dieses Alters fest. Das AOW-Eintrittsalter können Sie auf der Website der SVB berechnen lassen. Dies ist aber eine Schätzung.

Haben Sie in der Vergangenheit in den Niederlanden gewohnt oder gearbeitet? Dann können Sie eine AOW-Leistung erhalten, wenn Sie das AOW-Eintrittsalter (also das niederländische Rentenalter) erreichen. Dies gilt auch dann, wenn Sie in einem anderen Land wohnen. Sehr gute Informationen bekommen Sie auf der Website der SVB.

 

Erwerbsminderungsrente

Gegen Invalidität, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten ist man auch in den Niederlanden versichert. Allerdings gibt es in den Niederlanden keine Berufsgenossenschaft und keine gesonderte gesetzliche Versicherungspflicht für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. In den Niederlanden gibt es ein Gesetz, in denen die Pflichtversicherung für den Fall von Invalidität, Erwerbs- oder Berufsunfähigkeit – auch als Folge von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten – geregelt ist: die WIA. Durch dieses Gesetz sind Arbeitnehmer versichert, die länger als zwei Jahre ganz oder teilweise (ab 35%) arbeitsunfähig sind. Sie erhalten nach der zweijährigen Lohnfortzahlung eine Lohnersatzleistung).

Zuständige Stelle für die WIA ist das UWV (Uitvoeringsinstituut Werknemersverzekeringen). Die Beiträge für die WIA-Versicherung zahlt der Arbeitgeber, manchmal mit einem kleinen Anteil für den Arbeitnehmer.

In den Niederlanden ist ein Arbeitnehmer gegen Arbeitsunfähigkeit über eine Krankenversicherung pflichtversichert. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber auch nach einem Arbeitsunfall zunächst einmal zwei Jahr lang Lohnfortzahlung – mindestens 70 Prozent des letzten Bruttoverdienstes leisten muss. Während dieser Lohnfortzahlungsperiode sind sowohl der kranke Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber zu Reintegrationsmaßnahmen verpflichtet. Die damit in Verbindung stehenden Tätigkeiten, Gespräche und Untersuchungen in Bezug auf die Wiedereingliederung können in den Niederlanden stattfinden.

Die Höhe der WIA hängt von dem Grad der Arbeitsunfähigkeit, dem Verdienst und dem Alter ab. Deutsche Versicherungszeiträume (Beiträge zur Rentenversicherung) sind denen der niederländischen gleichgestellt. In den Niederlanden kennt man im Gegensatz zu Deutschland fünf Klassen der Arbeitsunfähigkeit.

Das Bureau voor Duitse Zaken der SVB bietet eine detaillierte Broschüre an, die über Ihre Ansprüche in den Niederlanden und in Deutschland im Falle der Erwerbsunfähigkeit informiert. Diese Broschüre können Sie hier herunterladen.