Krankenversicherung

Wenn Sie in Deutschland arbeiten, sind Sie dort auch krankenversichert. In Deutschland gibt es drei Arten der Krankenversicherung: gesetzlich, freiwillig und privat. Sind Sie Arbeitnehmer, dann sind Sie gesetzlich versichert, es sei denn Ihr Bruttoeinkommen liegt über 60.750 Euro pro Jahr (2019). Ist Ihr Gehalt höher, können Sie zwischen einer freiwilligen und einer privaten Krankenversicherung wählen. Der Nachteil einer Privatversicherung ist, dass Sie das niederländische Gesundheitssystem nicht in Anspruch nehmen dürfen. Vor allem im Zusammenhang mit dem WLZ (niederländische Pflegeversicherung) ist das ein großer Nachteil, weil dieses Risiko nicht privat zu versichern ist.

Wenn Sie gesetzlich oder freiwillig versichert sind, können Sie sich bei einer Krankenversicherung in Deutschland anmelden. Diese Krankenversicherung kümmert sich um das Formular S1 (früher E106). Damit können Sie sich bei der niederländischen Krankenversicherung CZ anmelden. Als Grenzgänger können Sie dann in den Niederlanden über diese Krankenversicherung Hilfe in Anspruch nehmen. Das gilt auch für Ihren nicht arbeitenden Partner.

Die deutsche Krankenversicherung bezahlt auch Krankengeld, wenn Sie länger als sechs Wochen krank sind. Ihr Arbeitgeber bezahlt in den ersten sechs Wochen das Gehalt weiter. Das Krankengeld beläuft sich auf 70% des Gehalts. AUFGEPASST: Wenn Sie sich privat versichern müssen, dann müssen Sie auch eine Krankentagegeldversicherung abschließen! Die Kontrolle, ob Sie auch wirklich krank sind, erfolgt durch den UWV in den Niederlanden. Wenn Sie krank werden, melden Sie das direkt Ihrem Arbeitgeber, aber auch dem UWV. Der UWV wird eine Eilkontrolle durchführen und Ihre Krankenversicherung über das Ergebnis informieren. Es ist wichtig, dass Ihr Arbeitgeber über dieses Prozedere Bescheid weiß. Krankengeld wird in Deutschland maximal 72 Wochen lang bezahlt.

Eine freiwillige Versicherung ist die gleiche Versicherung wie eine gesetzliche, Bedingung ist, dass man zuvor gesetzlich versichert gewesen ist. Sie bezahlen für diese Versicherung meistens den Höchstbeitrag. Diese Versicherung wird in der Regel gewählt, wenn jemand im Wechsel gesetzlich und nicht gesetzlich versichert ist. Daneben gibt es die Privatversicherung. Wenn jemand nicht mehr gesetzlich versichert ist, hat er in Deutschland die Wahl zwischen einer freiwilligen Versicherung und einer Privatversicherung.
Wenn ein Einwohner der Niederlande in Deutschland arbeitet und damit unter das deutsche System fällt und nicht gesetzlich versichert ist, hat dieser eigentlich keine Wahl hinsichtlich der Krankenversicherung. Wer sich für eine Privatversicherung entscheidet, hat eine gute Krankenversicherung, kann aber in den Niederlanden nicht das WLZ und die Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Wer gesetzlich oder freiwillig versichert ist, kann die niederländische Krankenversicherung und das niederländische WLZ in Anspruch nehmen.

Wenn Sie eine gesetzliche oder eine freiwillige Versicherung bei einer Krankenversicherung Ihrer Wahl abgeschlossen haben, bitten Sie dort um das Formular S1 (früher E106). Mit diesem Formular melden Sie sich bei der CZ als Vertragsversicherter an. Sie haben dann in den Niederlanden das Anrecht auf die gleiche Hilfe wie jemand, der in den Niederlanden versichert ist. Der Unterschied ist, dass Sie an den CZ keine Beiträge bezahlen müssen. Die einzigen Beiträge, die Sie eventuell bezahlen müssen, zahlen Sie für ein ergänzendes Versicherungspaket.
Sie können dann sowohl das deutsche als auch das niederländische Gesundheitssystem nutzen, so wie es jeweils üblich ist. Mehr Informationen über diesen ´Verdragspolis´ entnehmen Sie die Website von CZ (nur auf niederländisch).