Deutschland stuft die Niederlande als Risikogebiet ein

8. Oktober 2020

Die Niederlande wurde als Risikogebiet eingestuft. Seit 14. Oktober zählt hier auch die Provinz Zeeland dazu.

In Deutschland müssen Personen, die aus Risikogebieten ins Land kommen, in der Regel 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbringen. Die Einzelheiten der Umsetzung und Ausnahmen werden von den jeweiligen Ländern festgelegt. Hier finden Sie die Regeln für Besuche aus den Niederlanden nach Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen oder aus diesen Ländern in die Niederlande. Für die anderen Bundesländer verweisen wir Sie auf die Websites dieser Länder.

 

Was gilt, wenn Sie in NRW wohnen und in die niederländischen Risikogebiete reisen?

Das Land NRW hat auf seiner Corona-Informationsseite umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt. Hier wird darauf hingewiesen, dass prinzipiell jeder, der aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreist, eine Meldepflicht beim zuständigen Gesundheitsamt hat. Diese Meldung kann schriftlich, digital oder telefonisch erfolgen.

Seit dem 7. Oktober gibt es Erleichterungen bei der Meldepflicht: Auch Grenzpendler und Verwandte, die aus familiären Gründen die Grenze übertreten haben, wird empfolen sich bei Einreise aus einem Risikogebiet beim jeweils örtlichen Gesundheitsamt zu melden. Personen, die aus diesen beiden Gründen regelmäßig in ein Risikogebiet reisen bzw. aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreisen, müssen dies nur einmal melden. Für Kurzaufenthalte entfällt ab dem 7. Oktober die Pflicht, sich beim örtlichen Gesundheitsamt zu melden.

Wenn keine Covid-19- Symptome vorliegen sind in NRW folgende Anlässe von der 14-tägigen Quarantänepflicht bei Rückkehr aus einem Risikogebiet ausgenommen:

  • Grenzpendler, wenn sie bis zu 5 Tage aus zwingenden beruflichen Gründen bzw. Gründen der Ausbildung in ein Risikogebiet reisen bzw. nach Nordrhein-Westfalen einreisen, wenn man aus einem Risikogebiet kommt)
  • Schulbesuch: Kinder, die in den Niederlanden zur Schule gehen und täglich wieder nach Deutschland nach Hause kommen
  • Bestimmte familiäre Grenzübertritte: Bis zu 3 Tage kann man aus besonderen sozialen bzw. familiären Gründen (z.B. geteiltes Sorgerecht, Besuch von Lebensgefährten, Verwandten ersten und zweiten Grades etc.) in ein Risikogebiet reisen bzw. nach Nordrhein-Westfalen einreisen, wenn man aus einem Risikogebiet kommt.
  • Dringende medizinische Behandlung: Ebenfalls bis zu 3 Tage
  • Beistand oder Pflege schutz- beziehungsweise hilfebedürftiger Personen, Betreuung von Kindern: ebenfalls bis zu drei Tage
  • Beerdigungen und Einäscherungen, die Teilnahme an zivilen oder religiösen Hochzeiten: ebenfalls bis zu drei Tage
  • Kurzaufenthalte:  Bis zu 24 Stunden kann man im Rahmen des sogenannten „kleinen Grenzverkehrs“ in ein Risikogebiet reisen bzw. aus einem Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen einreisen.

Außerdem gilt die Quarantänepflicht nicht für den Transit durch Nordrhein-Westfalen (ohne Übernachtungen).

Weiter gilt die Quarantänepflicht nicht, wenn ein negativer Coronatest vorliegt, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden ist. Ein Test kann auch in Deutschland nachgeholt werden. Bis zum Vorliegen des Testergebnisses müssen jedoch die Quarantäneregeln eingehalten werden. Reiserückkehrer aus Risikogebieten können sich an vier Flughäfen in Nordrhein-Westfalen können vor Ort derzeit kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das Testergebnis kann in der Regel innerhalb von drei Tagen online eingesehen werden.

Was gilt, wenn Sie von den niederländischen Risikogebieten nach Nordrhein-Westfalen reisen?

Wenn Sie nicht unter die oben genannten Ausnahmen von der Quarantänepflicht (Kurzaufenthalt, Grenzpendler, Schüler, bestimmte familiäre Besuche etc.) fallen, müssen Sie in Quarantäne.

Wenn Sie nicht in Quarantäne müssen, wird empfolen sich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Bei einigen Gesundheitsämtern können Sie dies digital tun, bei anderen müssen Sie anrufen. Wenn Sie für einen Kurzaufenthalt von weniger als 24 Stunden in NRW sind, brauchen Sie sich nicht beim Gesundheitsamt melden.

Für Grenzgänger kann es nützlich sein, von ihrem Arbeitgeber eine Erklärung zu haben, dass sie in Deutschland arbeiten. Sie können eine solche Erklärung hier herunterladen. Dies verhindert Wartezeiten während einer möglichen Grenzkontrolle.

Was sollen Sie beachten wenn Sie von Niedersachsen in die Niederlande fahren oder umgekehrt

Die Einzelheiten zur Umsetzung ebenso wie Ausnahmen von der Quarantäneregelung werden von den Ländern festgelegt. In Niedersachsen sind diese Regelungen in der „Niedersächsischen Corona-Verordnung“, welche am 9. Oktober 2020 in Kraft tritt, enthalten.

Grundsätzlich gilt weiterhin, dass Personen, die nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet nach Niedersachsen einreisen, verpflichtet sind, sich 14 Tage in Quarantäne zu begeben und das zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu informieren. Ein Verstoß gegen diese Regelungen kann mit bis zu 25.000 € Strafe geahndet werden.

Bisherige Situation

Ausnahmen von dieser Regelung gab es bisher unter anderem für Menschen, die sich weniger als 48 Stunden im Risikogebiet aufgehalten haben. Dies hatte zur Folge, dass Grenzpendler, die von Deutschland in die Niederlande pendeln, einer Tätigkeit im Nachbarland nachgehen konnten. Anders sah die Situation für Grenzpendler aus den Niederlanden aus. Diese mussten bisher Kontakt zu den Behörden vor Ort aufnehmen.

Heutige Situation

Ausnahmen von der Quarantänepflicht

In der neuen Corona-Verordnung, die am 9. Oktober in Kraft tritt, sind folgende Personen von der Quarantäne- und Meldepflicht ausgenommen:

  • Personen, die unaufschiebbar beruflich bedingt Personen, Waren oder Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren,
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Luft-, Schiffs-, Bahn- oder Straßenpersonenverkehrsunternehmen sowie Unternehmen, die Flugzeuge, Schiffe oder Schiffsausrüstung warten,
  • Personen, die unaufschiebbar beruflich bedingt täglich, für einen Tag oder für wenige Tage nach Niedersachsen einreisen oder aus Niedersachsen ausreisen,
  • Personen, die sich für weniger als 24 Stunden im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhalten oder sich für weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet aufhalten,
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen und im Pflegebereich,
  • Personen, die Dienst- oder Werkleistungen für Betreiber kritischer Infrastrukturen erbringen,
  • Angehörige von Feuerwehren und Rettungsdiensten sowie des Katastrophenschutzes,
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörden des öffentlichen Gesundheitsdienstes,
  • Bedienstete des Justiz- und Maßregelvollzugs,
  • Angehörige des Polizeivollzugsdienstes,
  • Mitglieder des Europäischen Parlaments, des Deutschen Bundestages und der Parlamente der Länder sowie Personen, die mit der Pflege diplomatischer oder konsularischer Beziehungen betraut sind.

Die Arbeitgeber und Dienstherren haben hierbei die Entscheidung zu treffen, ob die Anwesenheit am Arbeitsplatz im Hinblick auf die Ansteckungsgefahr tatsächlich erforderlich ist und dieses schriftlich zu bestätigen. Arbeitnehmer müssen diese Bestätigung mit sich führen. Ein derartiges Formular können Sie hier herunterladen.

Kleiner Grenzverkehr in Niedersachsen

Der kleine Grenzverkehr ist nach der neuen Verordnung in Niedersachsen wieder möglich. Menschen aus den Niederlanden können sich bis zu 24 Stunden ohne Quarantänepflicht in Niedersachsen aufhalten, einkaufen, tanken oder Verwandte besuchen. Einwohner von Niedersachsen können sich sogar bis zu 48 Stunden in den Risikogebieten der Niederlande aufhalten.

Auswirkungen im Hinblick auf die Herbstferien

Weiterhin ist ein Aufenthalt in Niedersachsen, der über die 24 Stunden hinausgeht, nur möglich, wenn sich die Personen in Quarantäne begeben oder einen gültigen Coronatest, der nicht älter als 48 Stunden ist, vorweisen können. Das heißt, dass längere Aufenthalte bei Verwandten während der anstehenden Herbstferien nicht ohne weiteres möglich sind.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Veranstaltungen

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