14 tägige Quarantänepflicht und Testpflicht bei Reisen aus den Niederlanden nach Niedersachsen

Vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Coronavirus-Varianten raten alle europäischen Länder von unnötigen Reisen in andere Staaten ab. Die Bundesregierung hat aufgrund der veränderten Lage ihre Einreiseregeln noch einmal verschärft. Niedersachsen folgt den bundesweiten Regelungen in weiten Teilen.

Unterscheidung von Risikogebieten

Grundsätzlich wird nun zwischen normalen Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten und Virusvarianten-Gebieten unterschieden. Hochinzidenzgebiete sind Risikogebiete, in denen eine besonders hohe Zahl an Neuansteckungen mit SARS-CoV-2 besteht. Virusvarianten-Gebiete sind Risikogebiete, in denen bestimmte Varianten des Coronavirus verbreitet aufgetreten sind.

Die jeweils aktuellen Listen aller drei Risikogebietstypen finden sich auf der Webseite des deutschen Robert-Koch-Institus. Die Niederlande zählen zu den normalen Risikogebieten.

Einreise aus einem Risikogebiet

Für die Einreise aus einem Risikogebiet gilt grundsätzlich, dass Menschen, die aus einem solchen Gebiet kommen, in Deutschland eine 14-tägige Quarantäne einhalten müssen, sich vor Einreise über ein Meldeportal anmelden müssen und einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Ein Verstoß gegen diese Regelungen kann mit bis zu 25.000 € Strafe geahndet werden. Der negative Corona-Test darf höchstens 48 Stunden alt sein oder direkt nach der Einreise durchgeführt worden sein. Das Testergebnis muss in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorliegen und den Vorgaben des Robert-Koch Instituts genügen. Auch wenn ein negatives Testergebnis vorliegt, besteht weiterhin die Verpflichtung, die Quarantäne einzuhalten.

Verkürzung der Quarantäne

Mit einem zweiten, negativen Test nach fünf Tagen Quarantäne, kann die Quarantäne-Zeit verkürzt werden.

Ausnahmen von der Melde-, Quarantäne- und Testpflicht bei Einreise aus den Niederlanden

Ausnahmen von der Meldepflicht

Bei einer Einreise aus einem Risikogebiet nach Niedersachsen gibt es für folgende fünf Personengruppen Ausnahmen von der oben genannten Meldepflicht:

  1. Durchreisende, die ohne Zwischenaufenthalt durch ein Risikogebiet gereist sind,
  2. Durchreisende, die durch Deutschland reisen und das Land schnellstmöglich verlassen,
  3. Der sogenannte kleine Grenzverkehr bei dem man sich weniger als 24 Stunden im Risikogebiet bzw. in Deutschland aufhält,
  4. Beruflicher Waren- und Gütertransport (Straße, Schiene, Schiff und Flugzeug),
  5. Personen, die als Teil von offiziellen Delegationen über das Regierungsterminal des Flughafens Berlin Brandenburg oder über den Flughafen Köln/Bonn nach Deutschland zurückreisen und sich weniger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Einen Nachweis über das Vorliegen einer Ausnahme sollte man bei sich führen.

Ausnahmen von der Testpflicht

Reisende aus einem Risikogebiet müssen grundsätzlich spätestens 48 Stunden nach der Einreise ein Corona-Testergebnis vorlegen können. Welche Kriterien das Testergebnis erfüllen muss, ist hier zu lesen. Bei Personen, die aufgrund einer Arbeitsaufnahme einreisen, kann das Testergebnis auch vom Arbeitgeber erbracht werden.

Von der Test und Nachweispflicht sind laut Einreiseverordnung der Bundesregierung unter anderem folgende Reisende ausgenommen:

  1. Personen, für die eine Ausnahme von der oben genannten Anmeldepflicht gilt,

„2. bei Aufenthalten von weniger als 72 Stunden

  1. a) Personen, die einreisen aufgrund des Besuchs von Verwandten ersten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten, Lebenspartners oder Lebensgefährten oder aufgrund eines geteilten Sorgerechts oder eines Umgangsrechts,
  2. b) bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte Personen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des Gesundheitswesens dringend erforderlich und unabdingbar ist, und dies durch den Dienstherrn, Arbeitgeber oder Auftraggeber bescheinigt wird,
  3. c) bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte hochrangige Mitglieder des diplomatischen und konsularischen Dienstes, von Volksvertretungen und Regierungen,
  4. d) Polizeivollzugsbeamte aus Staaten, die den Schengen-Besitzstand vollständig anwenden, in Ausübung ihres Dienstes,
  5. bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte Personen,
  6. a) die in der Bundesrepublik Deutschland ihren Wohnsitz haben und die sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung an ihre Berufsausübungs-, Studien- oder Ausbildungsstätte in einem Risikogebiet begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren (Grenzpendler) oder
  7. b) die in einem Risikogebiet ihren Wohnsitz haben und die sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung in die Bundesrepublik Deutschland begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren (Grenzgänger). (…)“

Ausnahmen von der Quarantänepflicht

Bei der Einreise aus den Niederlanden nach Niedersachsen gibt es nach § 1 Absatz 5 bis 8 der Niedersächsischen Einreiseverordnung verschiedene Ausnahmeregelungen von der Quarantänepflicht, u.a. für Grenzpendler, die nur einmal pro Woche an ihren Wohnsitz zurückkehren, und den kleinen Grenzverkehr.

Wochenendpendler

Nach dem derzeitigen Stand müssen sich Grenzpendler, die sich länger als 24 Stunden in den Niederlanden aufhalten oder länger als 24 Stunden aus den Niederlanden nach Niedersachsen einreisen, unter www.einreiseanmeldung.de anmelden.

Reisen aus Hochinzidenzgebieten oder Virusvariantengebieten

Für Personen, die sich in den letzten 14 Tagen vor ihrer Einreise nach Niedersachsen in Hochinzidenzgebieten oder in Virusvariantengebieten aufgehalten haben, gelten andere Regeln. Hinweise hierzu finden sich auf der Website der niedersächsischen Landesregierung.

Hier finden Sie weitere Informationen: