Neues Testzentrum an der Grenze ermöglicht Einreise nach Deutschland für „soziale Anlässe“

Am 6. April wurden die Niederlande in Deutschland als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Das hat zur Folge, dass Einwohner*innen der Niederlande die Grenze nur noch mit einem negativen Corona-Test passieren dürfen. Der Corona-Test muss medizinisch bestätigt sein. Auf deutscher Seite wurden in den Testzentren bereits Testmöglichkeiten für Einwohner*innen aus den Niederlanden geschaffen, die in Deutschland arbeiten (mehr Infos hier).

Für den „sozialen Grenzverkehr“ gab es bisher nur kommerzielle Testmöglichkeiten, die hohe Kosten verursacht hätten. Unter den „sozialen Grenzverkehr“ fallen zum Beispiel Studierende, Praktikant*innen oder Angehörige bzw. Verantwortliche, die Menschen auf der anderen Seite der Grenze pflegen. Doch nun bietet sich auch für diese Gruppe eine kostenlose Testmöglichkeit. Ab Donnerstag, 29. April, können sich diese Personen vor ihrer notwendigen Einreise nach Deutschland testen lassen.

Die Teststation wird vom niederländischen Gesundheitsdienst GGD auf deutscher Seite des Grenzübergangs Bad Nieuweschans/Bunde an der Autobahn eingerichtet. Die Einrichtung hat jeden Tag von 8 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. Eine Terminabsprache ist nicht erforderlich.
Die Gemeinde Oldambt und der Landkreis Leer hatten gemeinsam die Initiative für diese Testmöglichkeit ergriffen.

Es wird von den Verantwortlichen ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es einen notwendigen sozialen Anlass für die Nutzung des Testzentrums geben muss. Die Tests sind nicht für Menschen gedacht, die im Nachbarland einkaufen oder tanken wollen – und, wie bereits erwähnt, auch nicht für Menschen, die wegen ihrer Arbeit nach Deutschland reisen. Für diese Personen gibt es bereits Testmöglichkeiten. In dem Testzentrum auf der Grenze werden Schnelltests gemacht. Wenn der Corona-Test negativ ausfällt, erhalten die Einreisenden eine Bestätigung in deutscher Sprache und können in das Nachbarland einreisen.

Cora-Yfke Sikkema, Bürgermeisterin der Gemeinde Oldambt, freut sich, dass eine schnelle Lösung organisiert werden konnte: „Unsere Gemeinde hat viel Kontakt zu unseren deutschen Nachbarn. Dieser gute Kontakt hat uns jetzt auch wieder geholfen. Dieses Testzentrum ist für Menschen gedacht, die aus sozialen Gründen über die Grenze fahren müssen. Es ergänzt die bisherigen Test-Einrichtungen. Für Menschen, die zum Beispiel eine Schule auf der anderen Seite der Grenze besuchen oder ihre Familie besuchen wollen, ist es wichtig, dass wir diese Möglichkeit bieten. Bisher waren sie auf kommerzielle Testanbieter angewiesen.“

Auch Matthias Groote, Landrat des Landkreises Leer, zeigte sich erfreut, dass die Teststation in vertrauensvoller Kooperation mit den niederländischen Partnern schnell auf den Weg gebracht werden konnte. Verantwortliche des Landkreises Leer und der Gemeinde Oldambt hatten sich zügig ausgetauscht, um eine Lösung zu finden. Mit Unterstützung der Provinz Groningen, des Uni-Klinikums Groningen (UMCG), der Ems Dollart Region (EDR), des „Crossborder Institute Of Healthcare Systems and Prevention“ und des niederländischen Gesundheitsdienstes GGD konnte nun die neue Testmöglichkeit organisiert werden.