{"id":10821,"date":"2019-05-31T15:49:00","date_gmt":"2019-05-31T13:49:00","guid":{"rendered":"https:\/\/grenzinfo.eu\/erw\/?p=10821"},"modified":"2019-05-31T15:49:00","modified_gmt":"2019-05-31T13:49:00","slug":"weniger-hindernisse-machen-grenzgemeinden-attraktiver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/grenzinfo.eu\/erw\/weniger-hindernisse-machen-grenzgemeinden-attraktiver\/","title":{"rendered":"Weniger Hindernisse machen Grenzgemeinden attraktiver"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Wohnen im einen Land, arbeiten im anderen Land \u2013 seit die Grenzen zwischen Deutschland und den Niederlanden offen sind, ist das ein wenig einfacher geworden. Aber es k\u00f6nnte noch besser werden: Wenn Hindernisse an der Grenze verringert w\u00fcrden, w\u00fcrden viele Grenzst\u00e4dte deutlich attraktiver werden. Das ist eine der Schlussfolgerungen der k\u00fcrzlich vorgestellten Neuauflage des \u201e<a href=\"https:\/\/www.atlasvoorgemeenten.nl\/\">Atlas f\u00fcr Kommunen<\/a>\u201c, der am 22. Mai in der <em>Grote Kerk<\/em> in Enschede pr\u00e4sentiert wurde. Der ebenfalls an diesem Tag ver\u00f6ffentlichte Bericht \u201e<a href=\"https:\/\/ioresearch.nl\/Portals\/0\/Rapportage%20Peiling%20Grensverkeer.pdf\">Blik over de grens<\/a>\u201c von I&amp;O Research zeigt, dass Grenzbarrieren in den niederl\u00e4ndischen EUREGIO-Kommunen daf\u00fcr sorgen, dass die Motivation, in Deutschland zu arbeiten, nicht sonderlich hoch ist. <\/strong><\/h3>\n<p>Der \u201eAtlas f\u00fcr Kommunen\u201c vergleicht jedes Jahr die f\u00fcnfzig gr\u00f6\u00dften niederl\u00e4ndischen Gemeinden in mehr als f\u00fcnfzig Punkten miteinander und ordnet sie in Bezug auf die Attraktivit\u00e4t ein. Dies wird zum Teil durch die Anzahl der Arbeitspl\u00e4tze bestimmt, die in und um die Gemeinden herum zu finden sind. Amsterdam und Utrecht stehen an der Spitze dieses Wohnattraktivit\u00e4tsindex. St\u00e4dte wie Haarlem (4), &#8217;s-Hertogenbosch (5), Den Haag (6) und Nimwegen (7) geh\u00f6ren ebenfalls zu den Top 10. Gemeinden in den Grenzregionen wie Maastricht (37), Heerlen (43), Enschede (44), Venlo (47), Sittard-Geleen (49) und Schlusslicht Emmen finden sich gr\u00f6\u00dftenteils in den unteren Regionen der Liste.<\/p>\n<h4><strong>Jobs in Deutschland und Belgien zum Greifen nah<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn die Grenzhindernisse jedoch beseitigt w\u00fcrden, w\u00e4ren viele Arbeitspl\u00e4tze in Deutschland und Belgien in Reichweite. Dadurch w\u00fcrden viele Grenzst\u00e4dte attraktiver werden und schlagartig in den Rankings viele Pl\u00e4tze \u201eklettern\u201c. So st\u00fcnde Sittard-Geleen auf Platz 23 der Liste, Venlo auf Rang 11 und Heerlen sogar auf Platz 10. Maastricht verbesserte sich auf den siebten Platz und Nijmegen w\u00fcrde gemeinsam mit Amsterdam und Utrecht sogar die Top 3 bilden.<\/p>\n<h4><strong>Vorteil besonders f\u00fcr Gemeinden im S\u00fcden der Niederlande<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn die Bewohner der Grenzregionen leichter in Deutschland oder Belgien arbeiten k\u00f6nnten, w\u00fcrden viele Gemeinden viel attraktiver werden. Das gilt insbesondere f\u00fcr Gemeinden in den s\u00fcdlichen Grenzregionen, die st\u00e4rker von der N\u00e4he des Ruhrgebiets und belgischer St\u00e4dte profitieren k\u00f6nnten. Bei Emmen (50) ist das nicht der Fall: Aufgrund der relativ geringen Anzahl von Arbeitspl\u00e4tzen auf der deutschen Seite der Grenze w\u00fcrde die Stadt nicht vom Abbau von Grenzhindernissen profitieren. Auch Enschede (40) w\u00fcrde sich in der Rangliste nur um vier Pl\u00e4tze nach vorne schieben.<\/p>\n<h4><strong>Sprache und sozialversicherungsrechtliche Unterschiede hemmen Arbeitsmobilt\u00e4t<\/strong><\/h4>\n<p>Der Bericht \u201eBlik over de grens\u201c zeigt, dass die Bewohner der Grenzregion das Nachbarland gerne zu verschiedenen Zwecken besuchen, es aber zu gro\u00dfe H\u00fcrden gibt, um dort auch zu arbeiten. Die Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr sind die Sprachbarriere und die Unterschiede in den Sozialversicherungsbestimmungen.<\/p>\n<p>Dazu wurden 589 Einwohner aus den niederl\u00e4ndischen EUREGIO-Gemeinden \u2013 den Regionen Achterhoek und Twente sowie den Gemeinden Ommen, Hardenberg und Coevorden \u2013 befragt. In der Studie wurde unter anderem untersucht, ob die Befragten Bekannte in Deutschland haben, wie oft und zu welchem Zweck sie in Deutschland sind und inwieweit ein grenz\u00fcberschreitender Arbeitsplatz ein Thema ist.<\/p>\n<h4><strong>Die meisten Bewohner der Grenzregion sind regelm\u00e4\u00dfig in Deutschland\u2026<\/strong><\/h4>\n<p>Fast 90 Prozent der befragten Grenzbewohner besuchten Deutschland im vergangenen Jahr \u2013 vor allem zum Einkaufen, zum Besuch der Gastronomie oder f\u00fcr einen Ausflug. Fast die H\u00e4lfte von ihnen kamen zum Tanken nach Deutschland. Die H\u00e4lfte der Befragten hat auch deutsche Freunde und\/oder Bekannte. Mehr als drei Viertel der Befragten kennen Niederl\u00e4nder, die in Deutschland leben.<\/p>\n<h4><strong>\u2026aber nicht, um zu arbeiten<\/strong><\/h4>\n<p>Die Befragten kommen somit in ihrem t\u00e4glichen Leben regelm\u00e4\u00dfig mit Deutschland und den Deutschen in Ber\u00fchrung. Dort arbeiten, geht f\u00fcr viele Grenzbewohner jedoch einen Schritt zu weit. Etwa jeder siebte Grenzbewohner arbeitet oder hat in Deutschland gearbeitet; zehn Prozent haben sich irgendwann damit besch\u00e4ftigt. Mehr als 75 Prozent der Befragten haben noch nie in Deutschland gearbeitet oder daran gedacht, in Deutschland zu arbeiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr 30 Prozent der Befragten ist die Sprachbarriere der wichtigste Grund, nicht in Deutschland zu arbeiten. Das ist auffallend, denn nur ein Prozent der Befragten gaben an, kein Deutsch zu beherrschen. 99 Prozent der Befragten versteht und\/oder spricht die Nachbarsprache ein wenig, relativ gut oder gut. Die Unterschiede, die die soziale Sicherheit betreffen, halten 26 Prozent der Befragten davon ab, in Deutschland arbeiten. Auch Unwissenheit \u00fcber offene Stellen und kulturelle Unterschiede spielen eine Rolle.<\/p>\n<h4><strong>Information und Beratung f\u00fcr Grenzg\u00e4nger an den GrenzInfoPunkten<\/strong><\/h4>\n<p>Wenn man als Niederl\u00e4nder in Deutschland arbeitet oder dies vorhat, wirft das viele Fragen auf. Grenzg\u00e4nger k\u00f6nnen in diesem Fall den GrenzInfoPunkt Rhein-Waal in Kleve oder einen der vier weiteren GrenzInfoPunkte entlang der deutsch-niederl\u00e4ndischen Grenze nutzen. Sie informieren und beraten Niederl\u00e4nder und Deutsche kostenlos rund um die Themen Wohnen, Arbeit und Studium im Nachbarland. Regelm\u00e4\u00dfig organisiert der GrenzInfoPunkt Rhein-Waal eine Grenzg\u00e4ngersprechstunde, bei der Experten verschiedener Institutionen vor Ort sind, um Grenzg\u00e4nger zu Antworten auf ihre Fragen zu geben. Die n\u00e4chste Sprechstunde findet am 25. Juni statt. Ein pers\u00f6nlicher Termin ist ebenfalls m\u00f6glich und kann unter +49 (0) 2821- 793079 vereinbart werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohnen im einen Land, arbeiten im anderen Land \u2013 seit die Grenzen zwischen Deutschland und den Niederlanden offen sind, ist das ein wenig einfacher geworden. Aber es k\u00f6nnte noch besser werden: Wenn Hindernisse an der Grenze verringert w\u00fcrden, w\u00fcrden viele Grenzst\u00e4dte deutlich attraktiver werden. 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