Interview Marlies Voogsgeerd

Gut betreut ins Nachbarland

Einen Job im Ausland anzunehmen, bringt zahlreiche Veränderungen für Arbeitnehmer mit sich. Auch dann, wenn man nur ein paar Kilometer über die deutsch-niederländische Grenze pendeln muss. Und doch ist es manchmal unausweichlich, den Schritt ins Nachbarland zu wagen, etwa weil in bestimmten Branchen auf der einen Seite Fachkräfteüberschuss und auf der anderen Seite Fachkräftemangel herrscht. Das Problem ist allerdings, dass diese Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt nicht jedem Arbeitnehmer bekannt sind.

Genau dann kommt Marloes Voogsgeerd ins Spiel, die zusammen mit ihrem Bruder Henkjan vor vier Jahren das Arbeitsvermittlungsbüro JBP NetWorks in Enschede gründete. Von dort aus nutzen sie ihren guten Kontakt mit deutschen Unternehmen, um Menschen über die Grenze hinweg zu vermitteln. „Unser vorrangiges Ziel ist immer eine Festanstellung der Arbeitnehmer“, erklärt Marloes und führt weiter aus, dass zu ihrem Service auch Fort- und Umschulungen sowie Sprachkurse gehören.

Das international agierende Unternehmen kann Arbeitnehmer in die verschiedensten Branchen vermitteln. „Zu unseren Kunden gehören etwa Kraftwagenfahrer, Ingenieure oder Pflegekräfte, wir sind also breit aufgestellt und pflegen gute Kontakte zu Unternehmen aus sehr vielen Sektoren.“ Ein weiteres herausragendes Merkmal stellt zudem die ausgezeichnete Kenntnis des deutschen Marktes dar, die nur sehr wenige Firmen bieten können.

Neben den bürokratischen Hürden, die einem Arbeitsverhältnis im Ausland im Wege stehen, ist auch die Sorge vor strengen deutschen Arbeitshierarchien unter den niederländischen Arbeitnehmern weit verbreitet. „So gut wie allen Kunden müssen wir aufzeigen, dass diese Befürchtungen meistens nur Vorurteile sind. Ganz im Gegenteil: Oft kann es sogar sehr viele Vorteile haben, in Deutschland Arbeit aufzunehmen“, kann die Unternehmerin die Ängste vor zu großen Kulturunterschieden nehmen.

Wichtige Aufklärungsarbeit leistet in diesem Zusammenhang auch die EUREGIO, die zum dichten Netzwerk von JBP NetWorks gehört. „Zu unseren Informationsveranstaltungen zum Thema Arbeiten in Deutschland laden wir auch regelmäßig Berater des GrenzInfoPunkts der EUREGIO als Gastsprecher ein. Diese erklären dann den Teilnehmern, worauf man als Grenzpendler bei der Arbeitsaufnahme im Nachbarland achten sollte“, ist Marloes von das GrenInfopunktes der EUREGIO ganz angetan.

Auch nach der erfolgreichen Vermittlung hält JBP NetWorks den Kontakt zu seinen Kunden. „Das gehört zu unserem Verständnis von Arbeitsvermittlung dazu. Oft treten wir dann anstelle der Arbeitnehmer mit den Unternehmen in Kontakt, um noch offen gebliebene Fragen etwa zur betrieblichen Altersvorsorge abzuklären“, berichtet die Unternehmerin.

Um weiterhin viele Menschen auf die Möglichkeit eines Jobs im Ausland aufmerksam zu machen, ist JBP NetWorks auf vielen Kanälen unterwegs. „Neben den Social Media, unserer Homepage und Anzeigen im Internet sind es auch Messen und Konferenzen, die Interessierte zu dem Schritt ins Ausland ermutigen“, reflektiert Marloes und man merkt ihr an, dass ihr Beruf für sie auch eine Herzensangelegenheit ist.

Zurück zu Praxiserfahrungen