Interview Niels Ebbing

Mehr Zeit für die Familie

Niels Ebbing sieht gut erholt aus. Gerade ist der 41-Jährige mit seiner Frau und seinem Sohn aus dem Urlaub in Argentinien wiedergekommen. Nicht nur privat, sondern auch beruflich ist Niels Ebbing viel unterwegs. Seit Oktober 2016 ist er Berufskraftfahrer bei JH Asia in Rheine und beliefert asiatische Restaurants in Nordwestdeutschland. Dabei bewegt er sich in einem Gebiet von Bremerhaven im Norden bis Paderborn im Süden. „Das ist ungefähr halb so groß wie die Niederlande“, schmunzelt er.

Zuvor war er bei einem Eventverleih in Almelo tätig, doch die unregelmäßigen Arbeitszeiten waren alles andere als familienfreundlich. „Vor allem hat mich gestört, dass ich auch am Wochenende arbeiten musste, während meine Familie frei hatte“, blickt Niels Ebbing zurück. Deshalb begab er sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Dies gestaltete sich allerdings schwer, denn in den Niederlanden fand er keine Stellenangebote, die zu seinem Profil passten. Schließlich wurde er im Internet auf JH Asia mit Sitz in Deutschland aufmerksam. „Nach meiner erfolgreichen Bewerbung bin ich ganz offen in ein Vorstellungsgespräch gegangen. Das war total positiv und ich war direkt von der Firma überzeugt“, erinnert sich Ebbing gerne an die erste Begegnung mit seinem heutigen Arbeitgeber. Ein Sprachproblem habe es bei ihm nie gegeben, da er aus der Grenzregion stamme und schon oft in Deutschland oder Österreich im Urlaub gewesen sei.

Bei der Vorbereitung auf seinen neuen Job konnte er ganz auf die Hilfe des Grenzinfopunkts bauen. „Natürlich wusste ich erst einmal gar nicht, was nun alles auf mich zukommen würde“, ruft er sich in Erinnerung. „Vor allem das deutsche Steuersystem ist viel komplizierter als das niederländische. Deswegen würde ich jedem zukünftigen Grenzpendler empfehlen, in ein Gespräch mit den Beratern zu gehen.“

Heute bereut er den Schritt über die Grenze keineswegs. „Bei JH Asia arbeite ich mitunter zwar 12 Stunden pro Tag, allerdings wird auch jede Arbeitsstunde bezahlt und am Wochenende habe ich frei.“ Auch die Fahrzeit von seinem Haus in Enschede zu seinem Arbeitsplatz in Rheine ist erträglich. „Für die 60 Kilometer brauche ich mit dem Auto ungefähr 40 Minuten. Nach Almelo habe ich früher für 20 Kilometer 30 Minuten gebraucht, weil es in den Niederlanden einfach viel mehr Staus gibt.“

Nein, Nachteile als Grenzpendler habe Niels Ebbing bisher nicht erlebt. „Vielleicht demnächst die PKW-Maut“, überlegt er kurz und fügt dann lachend hinzu: „Aber das Geld hole ich mir durch das Tanken in Deutschland wieder zurück.“

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