Interview Pierre Holland

Holland in den Niederlanden

„Ja, das passt“, ist Pierre Holland überzeugt und meint damit nicht nur seinen Nachnamen, der angesichts seines neuen Jobs bei Qizini im niederländischen Losser fast wie ein Scherz anmutet. Er ist rundum glücklich bei seinem Arbeitgeber, für den er als Produktentwickler arbeitet. „Nach ein paar Jahren als Küchenchef habe ich jetzt endlich familienfreundliche Arbeitszeiten“, freut sich der 31-Jährige Familienvater vor allem, wieder mehr Zeit für seine Frau und seine zwei kleinen Kinder zu haben.

Neben den attraktiveren Arbeitszeiten lockte Pierre vor allem auch die neue Herausforderung über die Grenze. „Kochen kann ich jetzt“, lacht er und ergänzt: „Es war einfach an der Zeit, etwas Neues zu beginnen.“ Deswegen kam ihm das Stellenangebot des führenden Herstellers von Sandwiches und Wraps in Europa sehr gelegen. „Die haben speziell einen deutschen Koch mit Erfahrung in der gehobenen Gastronomie gesucht und dann dachte ich: Gut, dann probiere ich es mal mit einer Bewerbung“, erzählt Pierre von seinem ersten Kontakt mit Qizini.

Drei Vorstellungsgespräche und zwei Probearbeiten später ging Pierres Traum in Erfüllung und er unterschrieb seinen ersten Vertrag bei Qizini. Als Produktentwickler für den deutschen Markt kreiert er neue Wraps und Sandwiches, optimiert schon bestehende Produkte oder kümmert sich um Beschwerden von Kunden. Interessant an der Aufgabe ist vor allem, dass die Deutschen einen anderen Geschmack haben als die Niederländer. „Grundsätzlich kann man sagen, dass die Niederländer sehr darauf bedacht sind, dass der Geschmack möglichst natürlich ist, also wenig Salz und Pfeffer eingesetzt wird“, gibt Pierre einen kleinen Einblick in seinen Arbeitsalltag. Deutschen hingegen seien die beiden Zutaten sehr wichtig und bräuchten insgesamt ein eher deftiges Angebot.

Während seines Bewerbungsprozesses suchte sich der Gronauer auch Rat beim GrenzInfoPunkt der EUREGIO. Zwar hatte er schon bei drei verschiedenen Firmen in den Niederlanden gearbeitet, doch war er damals jeweils mit einem deutschen Vertrag über eine Zeitarbeitsfirma eingestellt. „Deswegen musste ich wissen, was ich hinsichtlich Versicherungen beachten muss oder was ich sonst noch für Leistungen beantragen kann“, begründet der Gronauer diesen für ihn sehr nützlichen Schritt.

Ob es für die Verantwortlichen bei Qizini letztendlich entscheidend war, dass er bei den Vorstellungsgesprächen mit guten Niederländischkenntnisse glänzen konnte, könne er nicht sagen, allerdings sei es „sicherlich von Vorteil gewesen.“ Insgesamt könne er jedem empfehlen, ebenfalls den Schritt über die Grenze zu wagen, „denn die Mentalität der Niederländer ist schon klasse. Der Chef sitzt in der Mittagspause mit dabei und zieht den Kaffee aus dem Automaten wie alle anderen Mitarbeiter auch“, kann er aus Erfahrung berichten.

Einen Umzug in die Niederlande plane er nicht. Wozu auch, mit dem Fahrrad ist er in zehn Minuten bei seiner Arbeit und vor den bürokratischen Hürden als Grenzpendler müsse sich niemand fürchten. Es sieht also alles danach aus, als hätte Pierre Holland in den Niederlanden die perfekte Work-Life-Balance und seine Freude den perfekten Wortwitz gefunden.

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