Schwangerschaft / Geburt

Arbeitnehmerinnen

In den Niederlanden besteht ein Anspruch auf Schwangerschafts- bzw. Mutterschaftsurlaub für Arbeitnehmerinnen, ab vier bis sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstag.

Selbstständige

Weibliche Selbstständige haben Recht auf Mutterschaftsurlaub und –geld für die Dauer von mindestens 16 Wochen. Die Geldleistung wird höchstens bis zu dem in den Niederlanden gesetzlich festgelegten Mindestlohn (€ 1.725 ab Juli 2022) gewährt.

Es besteht ein Anspruch auf Schwangerschafts- bzw. Mutterschaftsurlaub von mindestens 16 Wochen. Dies gilt auch im Falle von Mehrlingsgeburten. Die Gesamtdauer ist jedoch abhängig vom tatsächlichen Entbindungstag.

Schwangerschaftsurlaub

Der Schwangerschaftsurlaub kann frühestens ab der sechsten Woche vor dem mutmaßlichen Entbindungstag angetreten werden. Ein Arbeitsverbot besteht ab der vierten Woche vor dem errechneten Entbindungstag.

Mutterschaftsurlaub

Nach dem tatsächlichen Entbindungstag besteht ein Anspruch auf mindestens zehn Wochen Mutterschaftsurlaub.

 

Das Kind wird früher geboren

Wenn das Kind vor dem mutmaßlichen Entbindungstermin geboren wird, ist folgendes zu beachten:
Ein Beispiel: Ihr Mutterschaftsurlaub beginnt sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstag. Das Kind wird jedoch eine Woche früher geboren. In diesem Falle hätten Sie nur fünf Wochen Schwangerschaftsurlaub, aber 11 Wochen Mutterschaftsurlaub. Insgesamt verbleiben Ihnen auch in diesem Fall 16 Wochen.

Das Kind wird später geboren

Wenn das Kind nach dem mutmaßlichen Entbindungstermin geboren wird, gilt folgendes:
Ein Beispiel: Ihr Mutterschaftsurlaub beginnt sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstag. Das Kind wird jedoch erst zwei Wochen danach geboren. In diesem Falle hätten Sie acht Wochen Schwangerschaftsurlaub und zehn Wochen Mutterschaftsurlaub. Insgesamt beträgt in dieser Situation der Urlaub 18 Wochen.
Ein anderes Beispiel: Sie haben Ihren Mutterschaftsurlaub erst vier Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstag angetreten. Das Kind wird jedoch erst zwei Wochen danach geboren. In dieser Situation hätten Sie sechs Wochen Schwangerschaftsurlaub und 12 Wochen Mutterschaftsurlaub.

Sie dürfen frühestens nach 42 Tagen nach dem tatsächlichen Entbindungstag die Arbeit wieder aufnehmen. Bis dahin gilt das Beschäftigungsverbot.
Seit dem 1. Januar 2015 können Sie den letzten Zeitraum des Mutterschaftsurlaubs in Teilen nehmen. Es geht um den Urlaub, der 6 Wochen nach dem Datum Ihrer Entbindung übrig bleibt. Diesen Teil des Mutterschaftsurlaubs können Sie verteilt über einen Zeitraum von maximal 30 Wochen in Abstimmung mit Ihrem Arbeitgeber nehmen. Die Gesamtdauer des Mutterschaftsurlaubs ändert sich hierdurch nicht. Auch Ihre Zuwendung und die Art der Auszahlung bleibt gleich. UWV zahlt die Zuwendung so aus, als wenn Sie den Mutterschaftsurlaub in einem zusammenhängenden Zeitraum genommen hätten.
Wollen Sie in dem letzten Zeitraum Ihres Mutterschaftsurlaubs in Teilen aufnehmen? Dann beantragen Sie dieses bis spätestens 3 Wochen nach Beginn Ihres Mutterschaftsurlaubs bei Ihrem Arbeitgeber. Ihr Arbeitgeber stimmt Ihren Antrag innerhalb von 2 Wochen zu. Er darf diesen nur ablehnen, wenn der Betrieb dadurch ernsthafte Probleme bekommt.

Sie beantragen den Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaub bei Ihrem Arbeitgeber. Der Antrag muss mindestens drei Wochen vor Beginn des Schwangerschaftsurlaubs gestellt werden. Sie legen Ihrem Arbeitgeber eine ärztliche Bescheinigung vor, aus dem der mutmaßliche Entbindungstag ersichtlich ist.

Während der Dauer des Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaubs erhalten Sie eine Leistung in Höhe Ihres Lohnes/Gehalts. Bei dieser Leistung gibt es eine Höchstgrenze von € 4108,08 im Monat. Wenn Sie ein hohes Gehalt hatten, ist es möglich, dass es zu Einkommenseinbußen während dieser Periode kommt. UWV ist die Ausführungsinstanz die diese Leistung zahlt. Meistens zahlt der Arbeitgeber das Gehalt weiter und bekommt der Arbeitgeber die Leistung von UWV gezahlt.

Während Ihres Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaub werden weiterhin Urlaubstage aufgebaut. Es ist dem Arbeitgeber nicht gestattet, den Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaub mit Ihren Urlaubsansprüchen aufzurechnen.

Betriebsferien

Wenn Ihr Schwangerschafts- bzw. Mutterschaftsurlaub in die Periode der Betriebsferien fällt (wie z.B. Schulferien bei Lehrern oder im Baugewerbe), gibt es in diesen Fällen keine gesetzlichen Vorschriften. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, wie diese Situation geregelt wird.

Im Falle der Krankheit/Arbeitsunfähigkeit während des Schwangerschafts- bzw. Mutterschaftsurlaubs kann dies –entgegen den vorherigen Vereinbarungen mit Ihrem Arbeitgeber- Auswirkungen auf den Beginn des Schwangerschafts- bzw. Mutterschaftsurlaubs. Wenn Sie vor Beginn des sechswöchigen Schwangerschaftsurlaubs arbeitsunfähig erkranken, beginnt der Schwangerschaftsurlaub sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Entbindungstag. Vereinbarungen mit Ihrem Arbeitgeber über einen anderen Beginn Ihres Schwangerschaftsurlaubs sind dann hinfällig.

Bezüge/Einkommen während Krankheits- bzw. Arbeitsunfähigkeitszeiten

Wenn Sie vor Beginn des Schwangerschaftsurlaubs arbeitsunfähig erkranken und die Erkrankung nicht aufgrund der Schwangerschaft begründet ist, haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung von mindestens 70% Ihres Lohnes/Gehalts.
Wenn Sie vor oder nach Ihrem Schwangerschafts- bzw. Mutterschaftsurlaub arbeitsunfähig erkranken, und die Krankheit/Arbeitsunfähigkeit im Zusammenhang mit Ihrer Schwangerschaft steht, haben Sie Anspruch auf ein Krankengeld in Höhe Ihres Lohnes/Gehalts.

Während Ihrer Schwangerschaft darf Ihnen nicht gekündigt werden. Dies gilt auch während Ihres Schwangerschafts- und Mutterschaftsurlaubs sowie sechs Wochen nach Ihrem Mutterschaftsurlaub. Eine Kündigung ist nur in besonderen Fällen möglich.

Arbeitsvertrag wird nicht verlängert

Wenn Ihr Arbeitgeber einen befristeten Arbeitsvertrag nicht verlängert, können Sie eine Begründung von ihm verlangen. Die Schwangerschaft ist als Begründung nicht statthaft.

Ihr Partner hat Anspruch auf eine Arbeitswoche Geburtsurlaub nach der Entbindung. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten. Geburtsurlaub wird auch als Entbindungsurlaub (kraamverlof), Partnerurlaub (partnerverlof) oder Vaterschaftsurlaub (vaderschapsverlof) bezeichnet.

Eine Arbeitswoche Urlaub für Partner

Seit dem 1. Januar 2019 wird den Partnern eine Arbeitswoche mit Partnerurlaub gewährt. Arbeitet Ihr Partner z.B. 5 Tage 6 Stunden am Tag? Dann erhält er 30 Stunden Partnerurlaub: 5 x 6 Arbeitsstunden. Der Arbeitgeber bezahlt diesen Urlaub.

Es handelt sich um die im Arbeitsvertrag vereinbarten Arbeitszeiten. Wenn Sie Elternurlaub nehmen, werden diese Stunden nicht abgezogen.

 Zum Beispiel:

Sie sind angestellt und haben einen Vertrag von 40 Stunden pro Woche. Jede Woche nehmen Sie 12 Stunden Elternurlaub. Deshalb arbeiten Sie nur 28 Stunden pro Woche. Dennoch haben Sie Anspruch auf 40 Stunden Partnerurlaub.

In dem unten stehenden Film wird erläutert, wie die Regelungen sind, wenn Sie in Deutschland wohnen und in den Niederlanden arbeiten und ein Kind bekommen.

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