Kind und Familie

Sofern Sie in Belgien arbeiten, können Sie Anspruch auf verschiedene Urlaubsregelungen und Zahlungen besitzen. Dies hängt jedoch nicht nur von Ihren, sondern auch den Umständen des anderen Elternteils ab.

Sie müssen sich dabei gut über Ihre Rechte informieren.

Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub

Sie haben Anspruch auf:

– Mutterschaftsurlaub in Belgien: Diesen beantragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber. Für die Auszahlung ist Ihre belgische Krankenkasse zuständig. Der Mutterschaftsurlaub beträgt 15 Wochen.  Eine Woche vor der Geburt ist Pflicht, dann können 14 Wochen nach der Geburt genommen werden, oder beispielsweise auch 6 Wochen vor Geburt und 9 Wochen nachher.

– Vaterschaftsurlaub: Dieser beträgt 10 Tage. Davon trägt der Arbeitgeber 3 Tage  und 7 Tage ihre belgsiche Krankenkasse.

Elternurlaub und Zeitkredit

Elternurlaub:

Wenn Sie in Belgien arbeiten, haben Sie eventuell Anrecht auf einen Elternurlaub. Dies ist eine zeitliche Reduzierung oder Unterbrechung Ihrer Arbeitsleistung, um Ihre kleinen Kinder zu betreuen. Während dieser Perioden können Sie eine monatliche Leistung via LfA (RVA, ONEM) erhalten.

Im Privatsektor gelten prinzipiell folgende Regeln:

– Sie waren in den vergangenen 15 Monaten mindestens 12 Monate bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt

– Das Kind ist noch nicht 12 Jahre alt

– Sie können den Anspruch auf Elternurlaub nicht auf Ihren Partner übertragen

Der Elternurlaub beträgt 4 Monate, wenn man vollzeit aussetzen möchte. Sie können dies auch in verschiedene Perioden aufteilen von insgesamt 16 Wochen. Wenn Sie sich entscheiden den Elternurlaub nur halbzeit oder 1/5 zu nehmen, wird die Gesamtdauer entsprechend verändert.

Die Höhe der Leistungen beträgt bei einem Vollzeitelternurlaub (Stand 2019) €834,90.

Auf der Seite der LfA (RVA, ONEM) finden Sie mehr Informationen über die Regelungen und Besonderheiten und Ausnahmen.

Leben Sie in Deutschland, so haben beide Elternteile Anspruch auf deutsches Elterngeld. Eine Kombination mit belgischem Elternurlaub ist möglich. Jedoch können dann die Leistungen aus Belgien auf das deutsche Elterngeld angerechnet werden.

Zeitkredit:

Nebem dem Elternurlaub ist es auch möglich einen Zeitkredit in Anspruch zu nehmen mit Begründung. Dazu müssen Sie seit 24 Monaten bei Ihrem Arbeitgeber beschäftigt sein. Dieser Elternurlaub ist möglich bis dass das Kind 8 Jahre alt ist und auch hier kann er aufgegliedert werden zwischen Vollzeit und Teilzeit. Die Höhe der Leistungen beträgt bei Vollzeitunterbrechung 510,44€ (Stand 2019). Auch darüber finden Sie mehr Informationen auf der Webseite des LfA (RVA, ONEM).

Auch diese Leistung ist mit dem deutschen Elterngeld vereinbar. Ob und wie diese aber gegebenfalls seitens der deutschen Elterngeldkasse angerechnet wird, ist sehr unterschiedlich.

Anspruch auf Kindergeld und Geburtenprämie

Sie haben Anspruch auf Kindergeld aus Deutschland und aus Belgien. Sofern der andere Elternteil in Deutschland erwerbstätig ist, erhalten Sie das Kindergeld zunächst aus Deutschland. Ist das belgische Kindergeld höher als die deutsche Leistung, wird der Betrag aus Belgien um die Differenz aufgestockt. Dieser Vergleich geschieht Kind pro Kind und nicht pro Familie. Es lohnt sich also immer zu vergleichen.

Ist der andere Partner in Deutschland nicht berufstätig und erhält auch keine anderen Ersatzleistungen, so kommt das Kindergeld vorrangig aus Belgien.

An der Kindergeldregelung wurden in Belgien mit Beginn 2019 einige Änderungen vorgenommen. Das Kindergeld ist nun regional geregelt. Es kommt darauf an, in welcher Region Sie hauptsächlich arbeiten, ob für Sie die Bestimmungen von Flandern oder der Wallonie, oder der deutschsprachigen Gemeinschaft greifen.

In Belgien arbeitend haben Sie neben dem monatlichen Kindergeld Anspruch auf eine Geburtenprämie, die nicht mit dem deutschen Kindergeld verrechnet wird.

In Flandern erhält jedes Kind seit 2019 ein sog. „Groeipakket“, dieses beinhaltet neben dem Basiskindergeld in Höhe von 163,20€  gegebenfalls verschiedene Zuschläge. Infos dazu finden Sie unter der Seite des Groeipakket. Die Geburtenprämie beträgt hier: 1.122€

In der Wallonie und der Region Brüssel gilt in 2019 noch die bisherige Regelung und ändert erst in 2020: Hier sind die Beträge unterschiedlich nach Rang und Alter der Kinder. Infos unter der wallonischen Seite der famiwal und für Brüssel unter famifed. Hier sind auch noch verschiedene „freie“ Kindergeldkassen zuständig. Die Geburtenprämie beträgt hier zwischen 976-1.297€

In der deutschsprachigen Gemeinschaft ist das Ministerium der deutschsprachigen Gemeinschaft zuständig. Der Basisbetrag für die ersten beiden Kinder beträgt 157€ und ab dem dritten Kind ein Zuschlag von 135€. Damit ist es hier ab dem dritten Kind sicher interessant den Ausgleich anzufragen. Die Geburtenprämie beträgt hier 1.144€ pro Kind.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie von der zuständigen Kindergeldkasse Ihres Arbeitgebers oder Ihrem nächsten GrenzInfoPunkt. Bei Zweifeln über die Zuständigkeit in Belgien können Sie auf deutsch immer beim Ministerium der DG nachfragen.

 

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