Arbeitsrecht

Arbeitsvertrag

In einem deutschen Arbeitsvertrag müssen einige Angaben standardmäßig enthalten sein:

  • Name und Anschrift des Unternehmens
  • Name und Anschrift des*r Beschäftigten
  • Beginn (und eventuell Ende) des Beschäftigungsverhältnisses
  • Probezeit und ihre Dauer
  • Kündigungsfrist
  • Arbeitsort
  • Arbeitszeiten
  • Anzahl der Urlaubstage
  • Höhe des Lohns/Gehalts

Es ist üblich, dass auch weitere Aspekte, z. B. Geheimhaltungspflichten oder Sonderleistungen, im Vertrag geregelt werden. In den meisten Arbeitsverträgen wird eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart. Dies ist die maximale Probezeit.

 

Tarifverträge

Neben individuellen Arbeitsverträgen, gibts es in Deutschland auch verschiedene Tarifverträge. Anders als in den Niederlanden gelten diese aber nicht automatisch für alle Betriebe und Angestellte einer Branche.

Ob ein Tarifvertrag gilt, hängt davon ab, ob Betrieb und Angestellte tarifgebunden sind. Es kann auch ein Tarifvertrag mit einzelnen Betreiben beschlossen werden (Haustarifvertrag). In besonderen Fällen kann der Staat (Bund oder Land) einen Tarif für allgemeingültig erklären. Nur dann gilt er bindend für eine ganze Branche. In der Praxis wenden viele Betriebe diese Vereinbarungen auf alle ihre Beschäftigen an.

Übrigens: In Tarifverträgen ist für die meisten Beschäftigten die Anzahl der Urlaubstage höher als gesetzlich vorgeschrieben.

Löhne

Der Lohn wird durch Tarifverträge oder individuelle Arbeitsverträge bestimmt. Mehr Informationen dazu hier.

Der Gesetzliche Mindestlohn für jeden ab 18 Jahren wird gestaffelt angehoben: 

Ab 1. Januar 2021:   9,50 €
ab 1. Juli 2021:   9,60 €
ab 1. Januar 2022:   9,82 €
ab 1. Juli 2022:   10,45 €

Krankmeldung

Im Krankheitsfall müssen Angestellte ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren, dass sie krank sind und für wie lange.

Achtung: Wenn Sie sich nicht korrekt arbeitsunfähig melden, kann das schwerwiegende Folgen haben, bis hin zur fristlosen Kündigung! Über das Verfahren der Krankmeldung erfahren Sie hier mehr.

Elternzeit

Während der Elternzeit (ähnlich Ouderschapsverlof) können Eltern von ihrer Arbeit freigestellt werden, ohne dass Gehalt gezahlt wird. Das Arbeitsverhältnis bleibt allerdings bestehen. Dieser Zeitraum gilt, bis das Kind drei Jahre alt wird.

Weitere Informationen zu Elternzeit und Elterngeld finden Sie hier.

Kündigungsfristen

Normalerweise hat ein Arbeitsverhältnis eine Probezeit von sechs Monaten. Hier gilt meistens eine verkürzte Kündigungsfrist von 14 Tagen. Wenn es im Arbeitsvertrag nicht anders festgelegt wurde, kann der Arbeitsvertag durch den/die Angestellte*n mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen jeweils zum 15. des Monats oder zum Monatsende gekündigt werden. Eine Begründung ist nicht notwendig.

Arbeitgeber müssen längere gesetzliche Kündigungsfristen beachten. Diese sind abhängig von der Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Dauer ArbeitsverhältnisKündigungsfrist
0 bis 2 Jahre1 Monat
2 bis 5 Jahre2 Monate zum Ende des Kalendermonats
5 bis 8 Jahre3 Monate zum Ende des Kalendermonats
8 bis 10 Jahre4 Monate zum Ende des Kalendermonats
10 bis 12 Jahre5 Monate zum Ende des Kalendermonats
12 bis 20 Jahre6 Monate zum Ende des Kalendermonats
ab 20 Jahre7 Monate zum Ende des Kalendermonats#

 

Eine Kündigung muss in schriftlicher Form erfolgen. Sie muss nicht per Einschreiben verschickt werden, sondern kann auch persönlich übergeben werden. In jedem Fall ist es ratsam, sich die erfolgte Zustellung bestätigen zu lassen. Wenn Sie gerichtlich gegen eine Kündigung vorgehen wollen (Kündigungsschutzklage), müssen Sie das innerhalb der ersten drei Wochen nach Erhalt der Kündigung tun.

Für einige Personengruppen gilt ein besonderer Kündigungsschutz

Menschen mit Behinderung können nur mit Zustimmung des Integrationsamtes entlassen werden.

Der Kündigungsschutz für Schwangere beginnt mit dem ersten Tag der
Schwangerschaft und dauert bis vier Monate nach der Geburt. Außerdem ist
es für Schwangere verboten, in der Zeit sechs Wochen vor der
vermutlichen Niederkunft und acht Wochen nach der tatsächlichen
Niederkunft zu arbeiten.

Weitere Informationen und Sonderregelungen finden Sie im Bereich Schwangerschaft/Geburt.

Gewerkschaften

Viele niederländische Gewerkschaften arbeiten mit dem deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) zusammen. Das heißt: Als Mitglied in einer kooperierenden niederländischen Gewerkschaft können Sie sich in Deutschland rechtlich durch den DGB-Rechtsschutz vertreten lassen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gewerkschaft, ob dies für Sie zutrifft.

Sie können auch einer deutschen Gewerkschaft beitreten.

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