Kind krank, was jetzt?

Kind krank, was jetzt? Kinderkrankengeld in Deutschland

Wenn die Grippeviren umgehen, raufen sich Eltern manchmal die Haare. Denn was soll man tun, wenn ein Kind krank ist und man deshalb nicht arbeiten gehen kann? Arbeitnehmer in Deutschland haben für diesen Fall Anspruch auf zusätzliche freie Tage, wenn sie für ein krankes Kind sorgen müssen. Das gilt auch für Niederländer, die in Deutschland in einem Arbeitsverhältnis sind. Wenn ein Kind krank ist, können Sie als Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt werden. Außerdem haben pflicht- oder freiwillig Versicherte für eine bestimmte Zeit Anspruch auf so genanntes ,Kinderkrankengeld’.

Bedingungen

Pflicht- oder freiwillig Versicherte haben in der Zeit der Krankheit ihres Kindes Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn:

  • ein Arzt ein Attest schreibt, in dem steht, dass der Versicherte für die Versorgung seines kranken Kindes zuhause bleiben muss und nicht arbeiten kann
  • eine andere Person im selben Haushalt diese Versorgung nicht leisten kann
  • das Kind unter 12 Jahren alt ist oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

Begrenzte Dauer

Pro Kalenderjahr hat jedes Elternteil, das die genannten Bedingungen erfüllt, für jedes Kind maximal 10 Tage Anspruch auf Kinderkrankengeld. Bei Alleinstehenden sind es 20 Tage. Bei mehreren Kindern wird die Anzahl anteilig erhöht. Insgesamt hat jedes Elternteil Anspruch auf maximal 25 Werktage Kinderkrankengeld pro Jahr. Für Alleinstehende gilt eine maximale Dauer von 50 Werktagen. Tage, an denen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern bezahlt freigeben, werden damit verrechnet. Für diese Tage wird kein Kinderkrankengeld bezahlt.

Höhe des Kinderkrankengelds

In der Regel erstattet die Krankenkasse 90 Prozent des nicht erhaltenen Nettogehalts. In den Monaten, in denen der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Einmalzahlungen erhält wie zum Beispiel Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, werden sogar 100 Prozent erstattet. Der Höchstbetrag liegt bei € 109,38 pro Tag (2020).

Mehr Kinderkrankengeldtage im Jahr 2020

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen Eltern in diesem Jahr häufiger ihr krankes Kind Zuhause betreuen. Durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), das Ende Oktober 2020 in Kraft getreten ist, haben in Deutschland gesetzlich versicherte Arbeitnehmer, die die Voraussetzungen für das Kinderkrankengeld erfüllen, mehr Anspruchstage fürs Kinderkrankengeld. Diese zusätzlichen Tage gelten nur für das Jahr 2020. Jedes Elternteil hat damit im Jahr 2020 (statt jeweils 10 Kinderkrankengeldtage je Kind) 15 Tage Anspruch je Kind. Alleinerziehende haben einen befristeten Anspruch von 30 Arbeitstagen pro Kind. Bei mehreren Kindern beträgt der Anspruch höchstens 35 Arbeitstage bzw. bei Alleinerziehenden höchstens 70 Arbeitstage.

Bemerkenswert ist, dass der Anspruch auch für zurückliegende Zeiträume in diesem Jahr gewährt werden kann. Das heißt, dass Versicherte, die eigentlich keine Kinderkrankentage mehr hatten und sich vom Arbeitgeber unbezahlt haben freistellen lassen, können für diese zurückliegenden Tage einen Antrag stellen.

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