Krankmeldung

Wenn Sie in Deutschland arbeiten und krank werden oder Sie einen Arbeitsunfall haben, zahlt Ihr deutscher Arbeitgeber die ersten 6 Wochen Ihren vollen Lohn weiter. Sind Sie nach 6 Wochen noch krank, erhalten Sie Krankengeld von Ihrer deutschen Krankenkasse. Diese Leistung beträgt circa 70% des Nettolohns, den Sie verdienten, bevor Sie krank wurden.

  • Achtung: Wenn Sie sich privat versichern, müssen Sie auch eine Krankengeldversicherung abschließen!
  • Achtung: Im neuen Steuerabkommen zwischen den Niederlanden und Deutschland zum 1. Januar 2016 wird Krankengeld der Krankenkasse in den Niederlanden besteuert, wenn diese Leistung (zusammen mit anderen eventuellen Leistungen aus Deutschland) brutto im Jahr unter € 15.000,- liegt. Dies ist für Sie ein finanzieller Nachteil.

Ihr Arbeitgeber zahlt die ersten 6 Wochen den Lohn weiter. Eine Bedingung für diese Lohnfortzahlung ist, dass Sie nach 3 Tagen Krankheit nachweisen können, dass Sie nicht in der Lage sind, zu arbeiten. Das Verfahren für Arbeitnehmer, die in den Niederlanden wohnen, ist anders als für Einwohner von Deutschland. Teilen Sie Ihrem Arbeitgeber deshalb mit, dass das Verfahren anders ist, weil dies arbeitsrechtlich andere Folgen haben kann.

Schritte der Krankmeldung

Wenn Sie krank werden, treffen Sie die folgenden Maßnahmen:

  • Melden Sie sich am ersten Krankheitstag bei Ihrem Arbeitgeber krank. Teilen Sie dabei die Versicherungsnummer Ihrer Krankenkasse mit. Arbeiten Sie bei einer Zeitarbeitsfirma, melden Sie sich auch hier krank.
  • Melden Sie sich telefonisch beim UWV (0900-9294) krank.

Teilen Sie dabei folgendes mit:

  • Ihren ersten Krankheitstag
  • die Ursache der Krankheit
  • Ihre Versicherungsnummer (steht auf der Karte Ihrer Krankenkasse)
  • Name und Adresse Ihrer deutschen Krankenkasse.

Das UWV ruft Sie an oder vereinbart mit Ihnen einen Gesprächstermin und erstellt die Formulare E115 und E116. Das UWV schickt die Formulare E115 und E116 der deutschen Krankenkasse und Sie erhalten eine Kopie. Diese Kopie können Sie zur Bestätigung, dass Sie krank sind, Ihrem Arbeitgeber aushändigen. Diese Formulare treten an die Stelle des so genannten „Krankenscheins” (auch „gelber Schein” genannt). Sie können eventuell auch die schriftliche Einladung vom UWV für einen Besuch beim Arzt des UWV nutzen.

  • Achtung: Beachten Sie, dass Ihrem Arbeitgeber auf jeden Fall an Ihrem dritten Krankheitstag die Formulare vorliegen müssen. Meistens ist dies auch im Arbeitsvertrag geregelt.

Unfallversicherung

Wenn Sie in einem Arbeitsverhältnis sind, hat Ihr Arbeitgeber eine Unfallversicherung. Diese Versicherung kann die Stelle der Krankenversicherung übernehmen, wenn es um Krankheitskosten, Krankengeld und Arbeitsunfähigkeitsleistungen geht. Wenn Sie einen Arbeitsunfall oder einen Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeit haben, teilen Sie dies sofort Ihrem Arbeitgeber, der Krankenkasse und dem UWV mit.

Arbeitsunfähig

Das Krankengeld in Deutschland wird maximal 78 Wochen bezahlt. Wenn Sie nach 78 Wochen Krankheit immer noch arbeitsunfähig sind, können Sie bei der Deutschen Rentenversicherung eine Deutsche Rente (wegen Arbeitsunfähigkeit) beantragen.

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