Kinderkrankengeld auch für Betreuung wegen Kita- oder Schulschließung

6. Januar 2021

Die bislang geltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden bis Ende Januar verlängert. Deshalb werden Schulen und Kindertagesstätten bis mindestens Ende Januar weitgehend geschlossen bleiben oder nur eingeschränkten Betrieb anbieten. Um die Eltern weiter zu entlasten, soll jetzt auch die Zahl der Tage beim Kinderkrankengeld verdoppelt werden.

10 zusätzliche Tage Kinderkrankengeld

Die Bundesregierung will dafür gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld im Jahr 2021 für zehn zusätzliche Tage pro Elternteil (20 zusätzliche Tage für Alleinerziehende) gewährt wird. Der Anspruch soll auch für die Fälle gelten, in denen eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird.

Konkret bedeutet das für berufstätige Eltern: Gehen Mutter und Vater arbeiten, haben beide Elternteile jeweils einen Anspruch darauf, für maximal 20 Tage vom Arbeitgeber freigestellt zu werden – und das pro Kind. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf maximal 40 Tage Freistellung. Für die Zeit der Freistellung erhalten sie dann das Kinderkrankengeld.

Galt die Regel bislang für die Pflege eines erkrankten Kindes, soll dies jetzt auch wegen Corona für die notwendige Betreuung eines Kindes zu Hause möglich sein – also auch wenn die Schule oder der Kindergarten schließen.

Wer hat Anspruch auf Kinderkrankengeld

Bislang gibt es folgende Voraussetzungen für die Auszahlung von Kinderkrankengeld:

  • Vater oder Mutter sind berufstätig und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Das Kind ist unter 12 Jahre alt und gesetzlich versichert.
  • Es gibt im Haushalt keine andere Person, die das Kind betreuen kann.
  • Es muss eine Bescheinigung vom Arzt vorgelegt werden, dass das Kind betreut werden muss. Wenn Sie in den Niederlanden wohnen soll UWV diese Bescheinigung ausstellen.

Da die neuen Regeln zum Kinderkrankengeld noch nicht im Detail feststehen, ist noch offen, ob weiterhin eine Bescheinigung vom Arzt vorgelegt werden muss.

Nach der bisherigen gesetzlichen Regelung haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf Freistellung.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Für die Höhe des Kinderkrankengeldes gibt es bislang folgende Regelung:

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Ganze 100 Prozent gibt es, wenn das Elternteil in den letzten 12 Kalendermonaten vor dem Krankengeldbezug Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten hat. Die Höhe der Einmalzahlungen ist dabei nicht wichtig.

Das Kinderkrankengeld darf allerdings nicht 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung übersteigen. Für das Jahr 2021 beträgt das Kinderkrankengeld demnach maximal 112,88 Euro.

Vom ermittelten Kinderkrankengeld werden noch die Beiträge für die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen.

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