Es gibt dringenden Bedarf für unbürokratische Soforthilfe zugunsten von Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständigen und Angehörige der Freien Berufe. Diese leiden unter akuten Liquiditätsengpässen und sehen sich teilweise in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, deshalb hat die Bundesregierung umfangreiche Hilfen beschlossen. Um schnell zu unterstützen wird noch in dieser Woche ein Zuschussprogramm aufgelegt, aus dem finanzielle Soforthilfe zur Milderung der finanzielle Notlagen und zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz geleistet werden.

Für einen Selbständigen, der in den Niederlanden oder Belgien wohnt und in Deutschland tätig ist, ist Soforthilfe möglich. Eine wichtige Bedingung ist, dass der Hauptgeschäftssitz in Deutschland liegt. Weitere Informationen, weitere Bedingungen, Kontaktinformationen sowie das Antragsformular finden Sie unter: https://www.wirtschaft.nrw/nrw-soforthilfe-2020.

Bitte beachten Sie: Das Antragsformular für Soforthilfe sollte niemals über Suchmaschinen gesucht und aufgerufen werden, sondern nur über den Link auf der oben genannten Website. Derzeit sind viele gefälschte Websites in der Luft.

Bund:

  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten: Einmalzahlung von bis zu 9.000 Euro für 3 Monate
  • Selbstständige und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten:Einmalzahlung von bis zu 15.000 Euro für 3 Monate

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-Milliardenhilfe-fuer-alle.html

Nordrhein-Westfalen

Darüber hinaus plant die Landesregierung NRW das Sofortprogramm des Bundes aufzustocken.

  • Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten: Einmalzahlung von bis zu von 25.000 Euro

Der Zuschuss soll in Form einer Einmalzahlung erfolgen und muss nicht zurückzahlt werden.

Um die Soforthilfen beziehen zu können, müssen Antragsteller wirtschaftliche Schwierigkeiten (Existenzbedrohung bzw. Liquiditätsengpass) infolge der Corona-Pandemie nachweisen können. Das heiß konkret, dass das jeweilige Unternehmen vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein darf und der Schadenseintritt nach dem 11. März 2020 erfolgt sein muss.

Die Antragstellung soll elektronisch erfolgen.

Auch freiberufliche Lehrkräfte sowie Künstlerinnen und Künstler sind antragsberechtigt und können vom Programm „NRW-Soforthilfe 2020“ profitieren.

Weitere Infos hier: https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/hilfe-fuer-solo-selbststaendige-nrw-rettungsschirm-auch-offen-fuer-weiterbildung

Außerdem gibt es eine spezielle Soforthilfe für Künstler: Einen Antrag auf Soforthilfe können Künstlerinnen und Künstler stellen, die professionell und selbständig tätig sind und durch die Absage von Engagements und Aufträgen Einnahmeausfälle nachweisen können. Die Künstlerinnen und Künstler müssen einen Nachweis zur Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse erbringen und in NRW wohnen.

Freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler, die durch die Absage von Engagements in finanzielle Engpässe geraten können eine existenzsichernde Einmalzahlung in Höhe von bis zu 2.000 Euro erhalten. Die Soforthilfe kann mittels eines einfachen Formulars bei den zuständigen Bezirksregierungen beantragt werden. Die Mittel müssen später nicht zurückgezahlt werden.

Folgende Dokumente müssen bei Antragsstellung vorliegen:

  • ein Nachweis zur Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (Stichtag 15.03.2020),
  • ein Nachweis über eine Honorarvereinbarung, einen Vertrag oder eine rechtsverbindliche Erklärung über den Verdienstausfall,
  • eine Bestätigung über den Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen durch Vorlage einer Kopie des Personalausweises.

Antragsfrist ist der 31. Mai 2020.

Informationen zu diesem Programm und ein Antragsformular finden Sie unter: https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner

Niedersachsen

Mit Wirkung ab dem 01.04.2020 hat das Land Niedersachsen die Corona-Zuschusshilfen mit Unterstützung des Bundes neu geregelt. Wenn Sie als Soloselbstständige/r, Angehörige/r der freien Berufe oder als kleines Unternehmen (mit bis zu 49 Beschäftigten) in Folge der Covid-19-Pandemie in Ihrer Existenz bedroht sind, können Sie eine Soforthilfe bei der NBank elektronisch und per per Mail beantragen. Selbst wenn Sie schon einen Antrag gestellt haben sollten, auf den Sie bisher noch keine Rückmeldung bekommen haben, können Sie bereits jetzt einen zusätzlichen Antrag auf Bundesförderung stellen, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen.

Als Antragsteller müssen Sie versichern, dass Sie durch die Covid-19-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, die Ihre Existenz bedrohen, weil die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand (bspw. gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingraten) zu zahlen (Liquiditätsengpass).

Dem Antrag muss eine ausgefüllte Kleinbeihilfenerklärung beigefügt sein. Die Soforthilfe kann nur gewährt werden, wenn die Ihrem Unternehmen gewährten Kleinbeihilfen einen Gesamtbetrag von 800.000 Euro nicht überschreiten. Zusätzlich benötigte Dokumente in elektronischer Form (z.B PDF/ JPEG): eingescannte und unterschriebene Personalausweiskopie (Vorder- und Rückseite) des Antragstellenden (für den Antrag Unterschriftsberechtigten).

Der mögliche Zuschuss ist nach der Betriebsgröße wie folgt gestaffelt:

  • bis zu 9.000 Euro: bei bis zu fünf Beschäftigten
  • bis zu 15.000 Euro: bei bis zu zehn Beschäftigten
  • bis zu 20.000 Euro: bei bis zu 30 Beschäftigten
  • bis zu 25.000 Euro: bei bis zu 49 Beschäftigten

Das Antragsformular finden Sie hier www.soforthilfe.nbank.de. Bitte füllen Sie das Antragsformular sowie die Kleinbeihilfenerklärung elektronisch aus und senden Sie die Vordruckdatei und eine eingescannte und unterschriebene Personalausweiskopie an folgendes E-Mail-Postfach: antrag@sofort-hilfe.nbank.de.

Durch die nun neu verfügbaren Bundeshilfen ergeben sich folgende Fälle hinsichtlich der Antragstellung:

  • Fall 1: Sie haben bereits vor dem 31.03.2020 einen Antrag auf die Niedersachsen-Soforthilfe Corona gestellt und eine Bewilligung der NBank erhalten

Sie können nun zusätzlich einen Antrag auf die Bundesförderung stellen. Prüfen Sie, ob Sie unter den neuen Voraussetzungen antragsberechtigt sind. Zusammen mit dem bereits erhaltenen Zuschuss darf keine Überkompensation entstehen, das heißt, die Zuschüsse dürfen die zu deckenden Kosten nicht übersteigen.

  • Fall 2: Sie haben bis zum Stichtag 31.03.2020 (vor Freischaltung der neuen Förderrichtlinien) einen Antrag auf Niedersachsen-Soforthilfe gestellt und noch keine Bewilligung erhalten

Wenn der NBank ein korrekt ausgefüllter, vollständiger Antrag vorliegt und Sie zudem antragsberechtigt sind, wird dieser weiter unter den zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Förderbedingungen der Niedersachsen-Soforthilfe Corona bearbeitet. Sie erhalten dann eine Bewilligung der NBank.

Unabhängig davon können Sie unter den Bedingungen der Bundesförderung einen zusätzlichen Antrag stellen. Sie müssen dazu nicht auf die Bewilligung der NBank warten.

  • Fall 3: Sie haben bisher keinen Antrag auf Soforthilfe des Landes gestellt

Zum Start der Bundesförderung haben sich die Förderbedingungen der Landesrichtlinie geändert. Über die bisherige Landesrichtlinie können Sie ab der Umstellung der Förderung keinen Antrag mehr stellen!

Haftungsausschluss

Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Artikels besteht noch eine gewisse Unsicherheit, welche Regelungen der grenzüberschreitende (Solo-)Selbständige in Anspruch nehmen kann.