Krankenversicherung

Ob ein Student sich überhaupt in den Niederlanden krankenversichern muß – oder nicht – hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die in jeweiliger Kombination unterschiedliche Konsequenzen haben. Die einzelnen Faktoren sind:

  • Wohnort
  • Alter
  • Art der Versicherung in Deutschland
  • Arbeit in den Niederlanden
  • Arbeit in Deutschland

Zur genauen, individuellen Klärung empfiehlt es sich, Kontakt auf zu nehmen mit ein Berater vom Grenzinfopunkt oder mit seine eigene Krankenkasse.

Wohnt der Student in Deutschland und besteht für ihn keine Krankenversicherungspflicht in den Niederlanden, ist es dennoch nützlich, bei der deutschen Krankenkasse eine EHIC (European Help and Insurance Card) zu beantragen, um im Notfall auch in den Niederlanden ärztlich versorgt werden zu können. Allerdings gilt die Karte (wie ehedem der Auslandskrankenschein) nur bei vorübergehendem Auslandsaufenthalt, worunter grundsätzlich auch ein Studium fallen kann. Die genauen Voraussetzungen und Abrechnungsmodalitäten sollten vorab bei der deutschen Krankenkasse und auch beim niederländischen Zilveren Kruis erfragt werden.

Sofern jemand (über seine Eltern) in der deutschen Krankenkasse familienversichert ist und keine Beschäftigung in den Niederlanden aufnimmt, muss er gegenüber der Sociale Verzekeringsbank (SVB) nachweisen, dass er sich nur zu Studienzwecken in den Niederlanden aufhält (sog. WLZ-Nachweisverfahren). Ansonsten drohen Bußgelder wegen mutmaßlicher Verletzung der Krankenversicherungspflicht. Feststellung WLZ Versicherung durch Sociale Verzekeringsbank (auf Deutsch)

Der Umfang der Leistungen und die Erstattung von möglichen Kosten sollten unbedingt vorab persönlich geklärt werden. Unter Umständen ist neben einer gesetzlichen Krankenversicherung auch eine private Zusatzversicherung ratsam, denn mögliche Zuzahlungen im Gastland werden nicht notwendigerweise vom inländischen Krankenversicherungsträger übernommen; auch an Kosten für einen Krankenrücktransport ist hier zu denken.

Überdies sollten sich auch Behinderte und chronisch Kranke – vor allem auch bei eventueller privater Versicherung – über die genauen Leistungsbedingungen informieren. Darüber hinaus sollte auch für eine Unfall- und Haftpflichtversicherung gesorgt werden. Zu beachten ist dass keine Absicherung durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung erfolgt.

 

Nebenjob in den Niederlanden

Ein Student die in den Niederlanden ein Nebenjob hat, unterliegt grundsetzlich die niederländische Sozialversicherungen und damit auch die niederländische Krankenversicherung. Dazu gibt es folgendes zu beachten:

Die Basisversicherung (basisverzekering) ist im Regelfall für alle, die in den Niederlanden wohnen und / oder (nebenbei) arbeiten, verpflichtend. Sie umfasst den Grundleistungskatalog. Hinsichtlich der Beitragszahlungen ergibt sich, dass vom Versicherten ein nominaler Beitrag verlangt wird, der ungefähr 100,- Euro beträgt. Hinzu kommt ein einkommensabhängiger Beitrag, diesen haben nur jene zu entrichten, welche auch Einkommen beziehen. Des weiteren ist ein eigener Beitrag bei einer Leistungsinanspruchnahme zu berücksichtigen. Je nach der persönlichen finanziellen Leistungsfähigkeit kommt noch ein Krankenversicherungszuschlag (zorgtoeslag) als Vergünstigung seitens des niederländischen Finanzamts (Belastingdienst) in Betracht. Ferner ist eine Beitragsentrichtung in die niederländische Pflegeversicherung (Wet Langdurige Zorg, kurz WLZ) zu berücksichtigen. Zudem gibt es die etwaige Zusatzversicherung (aanvullende verzekering), welche die Versorgung abdeckt, welche nicht bereits Bestandteil des Grundleistungskataloges der Krankenversicherung ist. Wegen des unterschiedlichen Leistungsumfangs ist eine sorgfältige Prüfung der einzelnen Angebote zu empfehlen. Vor allem sollte bei Bedarf auf die zahnärztliche Versorgung geachtet werden, welche nicht Bestandteil der Basisversicherung ist.

Weil der Student in Deutschland wohnt, kann er mittels eines EU-Vertrages auch Leistungen der Krankenkasse seines Wohnlandes in Anspruch nehmen. Hierzu braucht er das S1 Formular (früher E106) von seine niederländischen ´zorgverzekeraar´.