Wer in Deutschland lebt und in den Niederlanden arbeiten oder studieren möchte, eröffnet sich damit zahlreiche grenzüberschreitenden Chancen. Gleichzeitig treten oftmals Fragen zu den unterschiedlichen Regelungen beider Länder auf. Orientierung bietet die kostenlose offene Sprechstunde des GrenzInfoPunkts der Euregio Rhein-Waal am Dienstag, 27. Oktober 2026, von 9.00 bis 12.30 Uhr in Kleve. Grenzpendler erhalten dort eine persönliche Beratung, beispielsweise zu Steuern, Rente, sozialer Sicherung und Krankenversicherung.
In der deutsch-niederländischen Grenzregion gehören grenzüberschreitendes Wohnen und Arbeiten für viele Menschen zum Alltag. Das zeigt ein Blick in die aktuelle Grenzpendlerstatistik: Nach den aktuellsten Zahlen der niederländischen Statistikbehörde CBS arbeiteten 2024 rund 46.600 Menschen in den Niederlanden, die in Deutschland wohnen. Das sind 3.400 Grenzpendler mehr als im Vorjahr. Damit ist die Zahl der in den Niederlanden beschäftigten Grenzpendler im vierten Jahr in Folge gestiegen.
Gleichzeitig ist die Zahl der Beschäftigten, die aus den Niederlanden nach Deutschland pendeln, deutlich geringer und rückläufig. Im Jahr 2024 lag sie bei 6.500, gegenüber 8.200 im Jahr 2020. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig verlässliche Informationen und individuelle Beratung für Grenzpendler bleiben.
Individuelle Beratung
Im Rahmen der monatlichen Sprechstunde des GrenzInfoPunkts Rhein-Waal bieten Experten niederländischer und deutscher Institutionen eine kostenlose Beratung an, die individuell auf die persönliche Situation jedes Besuchers zugeschnitten ist. Dabei kann es beispielsweise um die Steuererklärung, den Aufbau von Rentenansprüchen in beiden Ländern, Kindergeld, soziale Sicherung, Krankenversicherung oder arbeitsrechtliche Themen gehen. Auch Menschen, die eine Stelle im Nachbarland in Betracht ziehen, einen Umzug planen oder in beiden Ländern gearbeitet haben, sind herzlich willkommen.
Während der Sprechstunde sind unter anderem Vertreter des Bureau voor Duitse Zaken der Sociale Verzekeringsbank (SVB), des Belastingdienst, des Finanzamts, vom UWV, der Agentur für Arbeit, des Jobcenters Kleve, der Deutschen Rentenversicherung Rheinland sowie Gewerkschaften aus beiden Ländern anwesend.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Die offene Sprechstunde findet von 9 bis 12.30 Uhr im Forum der Euregio Rhein-Waal, Emmericher Straße 24, 47533 Kleve, statt. Der letzte Einlass ist um 12 Uhr.
Sprechstunden für Arbeitsuchende in Kleve und Doetinchem
Wer eine Arbeitsstelle im Nachbarland sucht oder als Arbeitgeber Personal aus Deutschland oder den Niederlanden gewinnen möchte, kann die gemeinsamen Sprechstunden des GrenzInfoPunkts Rhein-Waal, des UWV und der Agentur für Arbeit nutzen.
Die nächste Gelegenheit dazu ist am 12. November von 9 bis 13 Uhr bei der Bundesagentur für Arbeit in Kleve. Am 19. November wird von 9 bis 13 Uhr eine Sprechstunde bei UWV in Doetinchem angeboten. Während dieser Sprechstunden erhalten Arbeitsuchende Beratung zu Chancen auf dem grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt, Stellenangeboten, Bewerbungen und den praktischen Folgen einer Beschäftigung im Nachbarland.
Für beide Sprechstunden ist eine Terminvereinbarung erforderlich. Termine können über das Kontaktformular unter grenzarbeit.eu/erw vereinbart werden.
Wöchentliche Gewerkschaftssprechstunde
Darüber hinaus findet jeden Dienstagvormittag von 10 bis 12.30 Uhr eine Gewerkschaftssprechstunde bei der Euregio Rhein-Waal statt. Vertreter deutscher und niederländischer Gewerkschaften beantworten Fragen zu Tarifverträgen, Lohn- und Arbeitsbedingungen, sozialer Sicherung sowie Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
Für diese Sprechstunde ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, telefonisch unter +49 (0)2821-793079 oder per E-Mail an gip@euregio.org. Wer ein individuelles Beratungsgespräch bevorzugt oder mehr Zeit benötigt, um die persönliche Situation zu besprechen, kann über diese Kontaktdaten ebenfalls einen Termin beim GrenzInfoPunkt vereinbaren.