Die belgische Rentenreform wurde verabschiedet. Die föderale Regierung hat ihre Rentenreform abgeschlossen, und das neue Rentengesetz wurde Ende Mai 2026 vom Parlament verabschiedet und im Belgischen Staatsblatt veröffentlicht. Mit der belgischen Rentenreform möchte die Regierung die Menschen dazu anregen, länger im Erwerbsleben zu verbleiben, und die finanzielle Tragfähigkeit des Rentensystems sichern. Die meisten Maßnahmen treten ab 2027 in Kraft, doch einige Bestimmungen wirken sich bereits jetzt auf künftige Rentenberechnungen aus.

Für Arbeitnehmer, Selbstständige und Beamte sind vor allem die strengeren Bedingungen für den Vorruhestand, die Einführung eines Rentenmalus und eines neuen Rentenbonus von Bedeutung. Darüber hinaus werden bestimmte Zeiten, in denen nicht gearbeitet wurde, bei der Rentenberechnung weniger günstig berücksichtigt.

Strengere Bedingungen für den Vorruhestand

Ein vorzeitiger Renteneintritt ist weiterhin möglich, doch ab 2027 gelten strengere und klarer definierte Bedingungen. Das gesetzliche Renteneintrittsalter bleibt unverändert bei 66 Jahren und steigt ab 2030 auf 67 Jahre an. Wer früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden möchte, muss strengere Kriterien hinsichtlich der Berufslaufbahn erfüllen.

Ein Kernpunkt der belgischen Rentenreform ist die Verschärfung der sogenannten Tagesanforderung. Ab 2027 zählt ein Kalenderjahr nur dann als Berufsjahr, wenn mindestens 156 gearbeitete oder gleichgestellte Tage vorliegen. Derzeit reichen noch 104 Tage aus. Durch diese Änderung können einige Arbeitnehmer, Selbstständige und Beamte ein oder mehrere Berufsjahre für den Anspruch auf Vorruhestand verlieren.

Für Arbeitnehmer mit Teilzeitbeschäftigung, unterbrochenen Berufslaufbahnen oder längeren Zeiten der Nichterwerbstätigkeit kann dies bedeuten, dass sie später in den Ruhestand treten können als ursprünglich erwartet.

Vorzeitige Rente ab 60 Jahren bei langer Berufslaufbahn

Neben den Verschärfungen wird es auch eine neue, außergewöhnliche Regelung für Personen mit einer sehr langen und effektiven Berufslaufbahn geben. Ab 2027 wird es möglich sein, bereits im Alter von 60 Jahren in den Ruhestand zu treten, sofern man mindestens 42 Berufsjahre nachweisen kann, in denen jeweils mindestens 234 effektiv gearbeitete Tage pro Jahr geleistet wurden.

Bei dieser Regelung werden die tatsächlich gearbeiteten Zeiträume wesentlich strenger geprüft. Viele gleichgestellte Zeiträume, wie beispielsweise Krankheits- oder Pflegezeit, werden hier nicht oder nur in begrenztem Umfang berücksichtigt. Mit dieser Maßnahme möchte die Regierung vor allem Menschen entgegenkommen, die bereits in jungen Jahren mit der Arbeit begonnen haben und während ihrer gesamten Berufslaufbahn sehr aktiv geblieben sind.

Rentenmalus bei vorzeitigem Renteneintritt

Einer der am meisten diskutierten Punkte der belgischen Rentenreform ist die Einführung eines Rentenmalus. Wer ab 2027 vorzeitig in den Ruhestand geht, ohne über eine ausreichende effektive Beschäftigungszeit in seiner beruflichen Laufbahn zu verfügen, riskiert eine dauerhafte Kürzung der Rentenbezüge.

Der Rentenmalus richtet sich an Personen, die zwar die Alters- und Berufslaufbahnvoraussetzungen für den vorzeitigen Ruhestand erfüllen, jedoch nicht genügend tatsächlich gearbeitete Tage im Laufe ihres Berufslebens nachweisen können. In diesem Fall wird die Rentenhöhe für jedes Jahr gekürzt, um das man früher aus dem Erwerbsleben ausscheidet. Je jünger man zum Zeitpunkt des Renteneintritts ist und je kürzer die effektive Berufslaufbahn ist, desto schwerwiegender können die finanziellen Auswirkungen sein.

Mit dieser Maßnahme möchte die Regierung verhindern, dass Menschen vorzeitig aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, ohne über eine ausreichend lange effektive Berufslaufbahn zu verfügen. Insbesondere Personen, die über einen längeren Zeitraum Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung, Regelungen zum Karriereausklang oder andere gleichgestellte Zeiträume in Anspruch genommen haben, müssen dadurch möglicherweise mit einer geringeren Rente rechnen.

Neuer Rentenbonus für längeres Arbeiten

Zeitgleich mit der Einführung des Rentenmalus wird auch ein neuer Rentenbonus eingeführt. Diese Maßnahme soll das Weiterarbeiten nach Erreichen des Rentenalters finanziell attraktiver machen und bildet bewusst ein Gegengewicht zum Rentenmalus.

Arbeitnehmer und Selbstständige, die sich dafür entscheiden, ihren Renteneintritt aufzuschieben und nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters erwerbstätig zu bleiben, können zusätzliche Rentenansprüche erwerben. Der Erwerb des neuen Rentenbonus beginnt ab 2026 und gilt für Renten, die ab 2027 in Kraft treten.

Der Bonus wird auf der Grundlage der tatsächlich nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters geleisteten Arbeitszeiten aufgebaut. Je länger jemand weiterarbeitet und je konsequenter er erwerbstätig bleibt, desto größer ist der Vorteil bei der endgültigen Rentenhöhe. Die Regierung möchte damit vor allem Menschen dazu anregen, länger am Arbeitsmarkt teilzunehmen.

Wichtig ist, dass der neue Rentenbonus die bisherige Bonusregelung ersetzt. Ansprüche, die bereits im Rahmen der alten Regelung erworben wurden, bleiben erhalten. Neue Bonusansprüche können nur noch nach den neuen Regeln erworben werden.

In der Praxis bedeutet dies, dass eine längere Erwerbstätigkeit nicht nur dazu beiträgt, einen Rentenmalus zu vermeiden, sondern auch zu einer dauerhaft höheren Rente führen kann. Für Arbeitnehmer und Selbstständige, die zwischen einem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und einer Fortsetzung der Erwerbstätigkeit schwanken, kann der neue Rentenbonus daher zu einem ausschlaggebenden Faktor werden.

Weniger günstige Behandlung bestimmter inaktiver Zeiträume

Die belgische Rentenreform ändert zudem die Art und Weise, wie bestimmte inaktive Zeiträume bei der Rentenberechnung berücksichtigt werden. Insbesondere Zeiträume, in denen keine tatsächliche Arbeit geleistet wurde, werden künftig weniger günstig behandelt.

Konkret handelt es sich dabei unter anderem um Zeiten der (unfreiwilligen) Arbeitslosigkeit, der Arbeitslosigkeit mit Betriebszulage (SWT) sowie um Regelungen zum Karriereende wie „Landungsjobs“ oder Zeitguthaben zum Karriereende. Diese Zeiträume werden zwar weiterhin angerechnet, bei der Rentenberechnung jedoch nicht mehr auf der Grundlage des früheren Entgelts. Stattdessen wird ein begrenztes fiktives Entgelt herangezogen, was zu einem geringeren Rentenaufbau führen kann.

Andere Zeiten der Erwerbsunterbrechung, wie Krankheit, Mutterschaftsurlaub, Elternzeit und bestimmte Pflegezeiten, werden weiterhin vollständig gleichgestellt und nach wie vor auf der Grundlage des normalen fiktiven Entgelts berechnet.

Mit dieser Anpassung legt die Regierung mehr Gewicht auf tatsächlich gearbeitete Zeiträume. Vor allem Arbeitnehmer, die über einen längeren Zeitraum Arbeitslosenleistungen oder Vorruhestandsregelungen in Anspruch genommen haben, können dadurch einen geringeren Rentenansatz verzeichnen.

Zusätzliche Maßnahme: Cent-Index und Indexierung höherer Renten

Auch der sogenannte „Cent-Index“ ist Teil der belgischen Rentenreform. Seit Juli 2025 werden höhere gesetzliche Renten bei Überschreitung des Referenzindexes nicht mehr vollständig indexiert. Für den Teil der Rente, der über einer bestimmten Grenze liegt, wird die Indexierung begrenzt. Damit will die Bundesregierung die steigenden Rentenausgaben eindämmen.

Für Rentner mit einer niedrigen oder durchschnittlichen Rente ändert sich in der Regel wenig. Die Maßnahme betrifft vor allem Personen mit einer höheren gesetzlichen Rente. Durch die begrenzte Indexierung kann die Kaufkraft dieser Gruppe langfristig weniger stark steigen als unter dem alten System.

Diese Änderung gilt für bereits ausgezahlte Renten und steht in keinem Zusammenhang mit den neuen Regelungen zum Vorruhestand, zum Rentenmalus und zum Rentenbonus. Damit ist der Centenindex einer der wenigen Bestandteile der belgischen Rentenreform, der auch Auswirkungen auf derzeitige Rentner hat.

Was ändert sich für Selbstständige?

Auch Selbstständige sind von einer Reihe wichtiger Änderungen betroffen. Sie können die neue Möglichkeit nutzen, ab dem 60. Lebensjahr in den Ruhestand zu gehen, sofern sie über eine ausreichend lange Berufslaufbahn verfügen. Darüber hinaus gilt auch für sie der neue Rentenmalus, wenn sie vorzeitig in den Ruhestand treten, ohne über eine ausreichend lange effektive Berufslaufbahn zu verfügen.

Selbstständige, die sich dafür entscheiden, nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters länger erwerbstätig zu bleiben, können wiederum vom neuen Rentenbonus profitieren. Die belgische Rentenreform hat für Selbstständige in der Regel geringere Auswirkungen im Hinblick auf gleichgestellte Zeiträume, da ihre Rente hauptsächlich auf den Sozialbeiträgen basiert, die sie während ihres Berufslebens gezahlt haben.

Auswirkungen auf Grenzgänger

Für Grenzgänger ändern sich die europäischen Vorschriften zum Erwerb von Rentenansprüchen nicht. Wer im Laufe seines Berufslebens in mehreren Mitgliedstaaten gearbeitet hat, behält das Recht, Rentenansprüche aus den verschiedenen Ländern zu kombinieren.

Die belgische Rentenreform kann jedoch Auswirkungen auf den belgischen Teil der Rente haben. So können die strengeren Bedingungen für den Vorruhestand, der Rentenmalus und die angepassten Berechnungsregeln Einfluss darauf haben, wann jemand in den Ruhestand treten kann und wie hoch die endgültige Rente ausfällt.

Für Grenzgänger, die sowohl in Belgien als auch in den Niederlanden oder in Deutschland berufstätig waren, ist es daher ratsam, rechtzeitig zu prüfen, welche Auswirkungen die Reform auf ihre persönliche Situation hat.

Weitere Informationen

Aufgrund der belgischen Rentenreform müssen auch die Berechnungen auf dem Rentenportal mypension.be angepasst werden. Daher sind bestimmte Simulationen und Rentenschätzungen vorübergehend nicht verfügbar oder werden schrittweise aktualisiert.

Wer mehr über die Auswirkungen auf seine persönliche Situation erfahren möchte, kann sich an den Föderalen Pensionsdienst oder an mypension.be wenden. Haben Sie Fragen zu Ihrer Rente als Grenzgänger oder zu einer grenzüberschreitenden beruflichen Laufbahn? Dann wenden Sie sich bitte an einen GrensInfoPunkt in Ihrer Region.

Die Abgabefrist für die Angaben zum niederländischen Welteinkommen naht.  Personen die in Deutschland oder Belgien wohnen und niederländische einkommensabhängigen Zuschüsse (z. B. Zorgtoeslag ) erhalten oder den Auslandsbeitrag zur niederländischen Krankenversicherung an das CAK (niederländische Sozialversicherungsbehörde) zahlen, müssen in den Niederlanden ihr Welteinkommen angeben. Nachfolgend erfahren Sie, was dabei zu beachten ist. 

Warum muss ich mein Welteinkommen angeben? 

In folgenden Fällen sind Sie verpflichtet, Ihr Welteinkommen der niederländischen Steuerbehörde (Belastingdienst) mitzuteilen – bei Leistungsbezug von: 

Oder: 

Der niederländische Dienst Toeslagen (zuständige Abteilung des Belastingdienstes) und das CAK benötigen diese Angaben, um die endgültige Höhe Ihrer Zuschüsse oder Beiträge zu berechnen. 

Zum Welteinkommen gehören sämtliche Einkünfte aus dem In- und Ausland. Hierzu zählen beispielsweise Arbeitslohn, Renten, Mieteinnahmen sowie Einkünfte aus Vermögen oder Kapitalerträge. 

Wichtig zu wissen 

Geben Sie Ihr Welteinkommen nicht fristgerecht an, kann Ihr Anspruch auf Zuschüsse entfallen. Bereits ausgezahlte Beträge können zurückgefordert werden. 

Mit dem Formular „Opgaaf wereldinkomen“ reichen Sie keine Einkommensteuererklärung und auch keine Erklärung für die Beiträge zur Volksversicherung oder die einkommensabhängigen Beiträge zum Zorgverzekeringswet (Zvw, niederländisches Krankenversicherungsgesetz) ein. 

Muss ich das Formular „Opgaaf wereldinkomen“ ausfüllen? 

Sobald Sie das Formular vom Belastingdienst erhalten, sollten Sie es vollständig ausfüllen. Der Versand seitens der Steuerbehörde erfolgt in der Regel jährlich ab Ende April – Abgabefristen werden für gewöhnlich auf den darauffolgenden Sommer gesetzt. 

Wie gebe ich mein Welteinkommen an? 

Für die Mitteilung Ihres Welteinkommens verwenden Sie das offizielle Formular „Opgaaf wereldinkomen“. Dies wird den Betroffenen für gewöhnlich per Post zugestellt. Das Formular für das Jahr 2025 können Sie bei Bedarf hier herunterladen: Formular „Angabe des Welteinkommens 2025“. 

Tragen Sie ausschließlich Ihr eigenes Welteinkommen sowie Ihre persönlichen Abzugsposten ein. Leben Sie mit einem Partner zusammen, erhält dieser ein eigenes Formular, das separat ausgefüllt werden muss. 

Wann und wie sende ich das Formular zurück? 

Der Belastingdienst versendet die Formulare jährlich ab Ende April. Die Abgabefrist finden Sie auf der ersten Seite Ihres Formulars. Dort ist auch die Anschrift angegeben, an die Sie das ausgefüllte Formular zurücksenden müssen. 

Unterlagen oder Nachweise müssen Sie zunächst nicht beifügen. 

Eine Fristverlängerung kann ausschließlich schriftlich beantragt werden. Senden Sie das ausgefüllte Formular an: 

Belastingdienst
Postbus 2523
6401 DA Heerlen
Niederlande 

Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website des Belastingdienstes. 

Was passiert nach der Abgabe? 

Der niederländische Dienst Toeslagen prüft Ihre Angaben und erstellt anschließend einen Bescheid über das nicht in den Niederlanden steuerpflichtige Einkommen (NiNbi). Darin sind sowohl das nicht in den Niederlanden steuerpflichtige Einkommen als auch das in den Niederlanden steuerpflichtige Einkommen aufgeführt. Zusammen ergeben diese Ihr Welteinkommen. 

Auf Grundlage dieser Daten setzen der Dienst Toeslagen und das CAK die endgültige Höhe Ihrer Zuschüsse oder Beiträge für das betroffene Jahr fest. 

Benötigen Sie Unterstützung? 

Bei Fragen können Sie sich an das BelastingTelefoon Buitenland unter der Telefonnummer +31 (0)55 5 385 385 wenden. 

Urteil des Hoge Raad 

Der Hoge Raad (niederländischer Oberster Gerichtshof) hat am 19. Juni 2026 ein Urteil zur Besteuerung deutscher Altersrenten in den Niederlanden gefällt. Im Fokus stehen insbesondere Renten mit einem Bruttojahresbetrag von unter 15.000 Euro. Das Urteil betrifft vor allem in den Niederlanden lebende Rentnerinnen und Rentner, die eine Rente der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beziehen.

Für welche Rentner ist dieses Urteil relevant? 

Nach Auffassung des Gerichts dürfen kleinere deutsche Altersrenten nicht pauschal in voller Höhe in den Niederlanden besteuert werden. Maßgeblich ist vielmehr, in welchem Umfang die Beiträge während der Erwerbsphase steuerlich absetzbar waren. Für Bezieherinnen und Bezieher einer deutschen gesetzlichen Rente kann es daher relevant sein, den steuerlich absetzbaren Anteil der früher gezahlten Beiträge zu prüfen, da dieser Einfluss auf die Besteuerung der Rentenzahlungen in den Niederlanden haben kann.

Wichtig

Wie das Urteil konkret in der Praxis umgesetzt wird, ist derzeit noch offen. Die niederländische Steuerbehörde (Belastingdienst) prüft aktuell die Entscheidung und deren Folgen. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen weder verbindliche Anwendungshinweise noch konkrete Verfahrensregelungen vor.

Auch die GrenzInfoPunkte verfügen aktuell über keine weitergehenden Informationen zur praktischen Handhabung durch die Behörden und können daher noch keine Beratung zur Umsetzung geben. Sobald belastbare Erkenntnisse vorliegen, werden die GrenzInfoPunkte darüber informieren.

Dieser Artikel wurde aufgrund von Korrekturen am 03.07.2026 aktualisiert.

Der Bundesrat hat der umfassenden Reform des Bürgergeldsystems zugestimmt und damit den Weg für die Einführung einer neuen Grundsicherung für Arbeitssuchende freigemacht. Die Neuregelung geht auf ein Gesetz der Bundesregierung zurück und soll die bisherige Sozialleistung schrittweise ablösen.

Für Grenzgänger ist es wichtig zu wissen, dass der Anspruch auf Sozialhilfeleistungen in ihrem Wohnsitzland zwar in der Regel (sehr) eingeschränkt ist, es aber grundsätzlich unter bestimmten Voraussetzungen durchaus Möglichkeiten gibt (siehe am Ende des Artikels die in Deutschland geltenden Regelungen).

Nach der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat gilt die Reform nun als beschlossen. Die gesetzlichen Änderungen sollen überwiegend zum 1. Juli 2026 in Kraft treten.

Ziele der Reform: mehr Arbeitsvermittlungen, stärkere Mitwirkungspflichten

Mit der Einführung der neuen Grundsicherung verfolgt die Bundesregierung das Ziel, das bestehende System stärker auf Arbeitsmarktintegration auszurichten. Im Mittelpunkt stehen dabei der Grundsatz des „Forderns und Förderns“ sowie eine engere Verzahnung von Unterstützung und Eigenverantwortung.

Kern der Reform ist eine verstärkte Priorisierung der Arbeitsvermittlung. Jobcenter sollen künftig noch konsequenter prüfen, ob Leistungsberechtigte unmittelbar in Arbeit vermittelt werden können. Erst wenn dies nicht möglich ist, sollen Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zum Einsatz kommen.

Änderungen bei Pflichten und Sanktionen

Die Reform sieht zudem eine Verschärfung der Mitwirkungspflichten vor. Leistungsberechtigte sollen stärker verpflichtet werden, aktiv an ihrer Arbeitsmarktintegration und Wiedereingliederung mitzuwirken.

Bei Pflichtverletzungen können künftig strengere Sanktionen greifen, darunter eine stärkere und längere Kürzung von Leistungen. Auch wiederholte Terminversäumnisse oder die Ablehnung zumutbarer Arbeit können konsequenter geahndet werden.

Umsetzung und Inkrafttreten

Die neue Grundsicherung ersetzt das bisherige Bürgergeld schrittweise. Neben der Umbenennung der Leistung sind umfangreiche Änderungen im Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) vorgesehen.

Die Bundesregierung plant eine gestaffelte Umsetzung, wobei der Großteil der Regelungen ab Juli 2026 wirksam werden soll.

Hinweis für EU-Bürger

Die deutsche Grundsicherung ist grundsätzlich nicht in andere EU-Mitgliedstaaten exportierbar. Zudem erhalten EU-Bürger, die sich ausschließlich zur Arbeitssuche in Deutschland aufhalten und hier nicht ausreichend gearbeitet haben, Leistungen nach dem SGB II (Grundsicherung) und SGB XII (Sozialhilfe) grundsätzlich erst nach einem fünfjährigen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland.

Gleichzeitig ergibt sich aus der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs, dass die Beantragung von Sozialleistungen nicht automatisch zum Verlust des Aufenthaltsrechts führt. Die Behörden müssen stets die individuelle Situation prüfen. Weitere Informationen hierzu finden Sie bei der EU-Gleichbehandlungsstelle.

Weitere Informationen

Weiteren Informationen zur Reform finden Sie auf der Webseite der Bundesregierung.

Die gesetzliche Rente in Deutschland wird zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent angehoben. Von der Erhöhung profitieren voraussichtlich rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner.

Mit der Erhöhung will die Bundesregierung die Kaufkraft der Rentner sichern und die Renten an die aktuelle Lohnentwicklung anpassen. Die Anpassung gilt einheitlich für alle Bundesländer.

Anstieg des Rentenwerts
Gleichzeitig steigt der Wert eines Entgeltpunkts von 40,79 Euro auf 42,52 Euro. Die Höhe der gesetzlichen Rente hängt dabei von der Anzahl der im Erwerbsleben erworbenen Entgeltpunkte ab.

Zum 1. Juli 2025 waren die Renten um 3,74 Prozent gestiegen. Die für 2026 geplante Erhöhung fällt damit etwas höher aus und reflektiert die positive Lohnentwicklung der vergangenen Jahre.

Automatische Umsetzung
Die Rentnerhöhung erfolgt automatisch – es sind keine Antragsstellungen nötig. Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt die Anpassung und Auszahlung. Weitere Details sind auf deren Website abrufbar.

 

Immer mehr Arbeitnehmer arbeiten zeitweise aus dem Ausland, etwa aus einem anderen EU-Land oder sogar aus Drittländern. Viele Unternehmen ermöglichen inzwischen sogenannte Workations. Damit mobiles Arbeiten im Ausland keine rechtlichen oder steuerlichen Risiken verursacht, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die wichtigsten Vorgaben frühzeitig kennen und wichtige Vorbereitungen treffen.

Vorübergehende Auslandsaufenthalte: Ferien + Arbeit = ?

Der Begriff „Workation“ setzt sich aus den englischen Wörtern „Work“ und „Vacation“ zusammen. Gemeint ist eine vorübergehende Tätigkeit an einem Ort, der normalerweise als Urlaubsort genutzt wird. Auch wenn Workation selbst kein Rechtsbegriff ist, unterscheidet sich das Phänomen in der Regel sowohl von einer klassischen „Entsendung“ (siehe unten) als auch von dauerhaftem oder regelmäßigem Homeoffice im Ausland bei Grenzarbeitern (siehe zum Beispiel die GIP-Infoseite: Wohnen in den Niederlanden, Arbeiten in Deutschland – Arbeiten in mehreren Staaten). Da innerhalb der EU die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, ist für EU-Bürger in der Regel kein zusätzlicher Aufenthaltstitel oder eine Arbeitserlaubnis erforderlich, sofern sie über ausreichende Mittel für ihren Lebensunterhalt verfügen (andere Regeln gelten für Drittstaatsangehörige). Insbesondere bei der Kranken- und Sozialversicherung sowie bei den Steuern gibt es Besonderheiten zu beachten.

Das Informationsangebot der GrenzInfoPunkte (GIP) konzentriert sich entlang der niederländischen Grenze und beschränkt sich somit auf rechtliche Begebenheiten innerhalb der Europäischen Union (EU). Die untenstehenden Informationen lassen darum Workation-Aufenthalte außerhalb der EU außer Acht.

1. Sozialversicherung bei Arbeit im Ausland – Was gilt innerhalb der EU?

Welches Land ist zuständig?

Innerhalb der EU gilt die Verordnung (EG) 883/2004 für die Koordinierung der Sozialversicherungssysteme. Grundsätzlich kann man nur in einem Mitgliedstaat sozialversichert sein (anders als bei der Steuerpflicht). Damit Arbeitnehmer während der Workation weiterhin unter die Sozialversicherungspflicht ihres Hauptbeschäftigungslandes fallen, sollte im Einzelfall geklärt werden unter welchen Voraussetzungen (u.a. abhängig von der Dauer des Auslandsaufenthaltes) dies möglich ist. Zu diesem Zweck sollte vom Arbeitgeber eine A1-Bescheinigung beantragt werden.

Weitere praktische Details stellen die jeweiligen zuständigen Nationalbehörden auf den folgenden Seiten zur Verfügung:

Entsendung

Eine Workation wäre in der Regel als Entsendung einzustufen. Für Entsendungen innerhalb der EU gelten zusätzlich die europäischen Entsenderichtlinien. Bei einer vorübergehenden Tätigkeit von bis zu 24 Monaten bleibt die Sozialversicherung häufig im Beschäftigungsland bestehen. Für Arbeitgeber ist allerdings des Weiteren zu klären, inwieweit Mitteilungs- bzw. Meldepflichten über die Entsendung für das Zielland bestehen. Für mehr Informationen siehe das Online-Informationsportal der Europäischen Kommission Your Europe. Exemplarisch kann auch hier die GIP-Infoseite: Wohnen in den Niederlanden, Arbeiten in Deutschland-Entsendungen zu Rate gezogen werden.

Zusätzlich empfiehlt sich die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK/EHIC). Sie ermöglicht den Zugang zu medizinisch notwendigen Leistungen während eines vorübergehenden Aufenthalts in einem anderen EU-Land. Weitere Informationen auf der dazugehörigen Informationsseite der Europäischen Kommission.

 

2. Steuerrecht bei einer Workation – Doppelbesteuerungsabkommen innerhalb der EU

Grundsätzlich liegt Besteuerungsrecht über das Welteinkommen im Wohnsitzstaat. Da die Tätigkeit während einer Workation jedoch im Ausland ausgeübt wird, kann auch der hinzukommende Tätigkeitsstaat ein Besteuerungsrecht erhalten.

Zwischen den meisten EU-Staaten bestehen Doppelbesteuerungsabkommen. Diese regeln häufig, dass die Besteuerung weiterhin im Heimatstaat erfolgt (Vorsicht bei Grenzarbeitern (!) – dazu mehr unten), sofern die sogenannte 183-Tage-Regel nicht überschritten wird.

Besteuerung durch zwei Länder bei Aufenthalten von mehr als einem halben Jahr, ggf. auch bei Kürzeren

Die 183-Tage-Regel besagt: Wenn man weniger als 183 Tage im Ausland arbeitet, zahlt man normalerweise nur im Wohnland Steuern – sofern dies das Hauptbeschäftigungsland ist. Das gilt aber nur, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Arbeitet man länger im Ausland oder kommt das Gehalt von einem Arbeitgeber im vorübergehenden Beschäftigungsstaat, darf auch dieses Arbeitsland Steuern verlangen. In diesem Fall könnte es zu einem sogenannten salary splitting kommen: Für das betreffende Steuerjahr würde der Wohnsitzstaat Steuern erheben auf den Teil des Arbeitsentgelts, für den der Arbeitnehmer/ die Arbeitnehmerin im Wohnsitzland gearbeitet hat; das vorrübergehende Arbeitsland der Workation würde Steuern erheben auf den Teil des Arbeitsentgelts, der für die in diesem Land ausgeübte Tätigkeit gezahlt wurde.

Bei Grenzarbeitern mit Workation-Plänen in Drittländern – das sind, vereinfacht gesagt, Personen, die in einem Land wohnen und im Nachbarland arbeiten – kämen selbst mehrere (!) bilaterale Steuerabkommen zum Tragen: einerseits der Steuervertrag zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zwischen Wohn- und Hauptbeschäftigungsland und andererseits der Steuervertrag zwischen Wohn- und vorrübergehendem Beschäftigungsland für die Dauer der Workation.

Mehr Informationen und Kontakte

Die folgenden Behördenseiten geben eine Übersicht der bestehenden internationalen Steuerabkommen des jeweiligen Landes wieder:

Je nach Zielland und Dauer des geplanten Auslandsaufenthaltes empfiehlt es sich also, sich auch vorab über mögliche steuerliche Folgen zu erkundigen. Folgende behördliche Servicestellen stehen zur Verfügung für fallspezifische Anfragen:

 

3. Nationales Arbeitsrecht

Die Risiken einer festen Betriebsstätte oder die Anwendung ausländischen Arbeitsrechts sind bei kurzfristigen Workations in der Regel gering, sollten bei längerer oder strukturierter Tätigkeit im Ausland jedoch geprüft werden, auch wenn EU-Leitlinien wie Your Europe hierfür einen groben Rahmen bieten.

Seit dem 1. Mai 2026 werden Anträge für fast alle Arbeitskarten über die digitale Plattform ‚Arbeiten in Belgien‚ gestellt. Die Änderung gilt u.a. für Kurzaufenthalte und betrifft ebenfalls Grenzgänger*innen.

Was ist eine Arbeitskarte und wer benötigt sie?

Eine Arbeitskarte ist eine offizielle Arbeitserlaubnis in Belgien für Arbeitnehmer*innen, die nicht Staatsangehörige des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) sind. Die Arbeitserlaubnis wird insbesondere für Nicht-EWR-Arbeitnehmer*innen, die weniger als 90 Tage in Belgien arbeiten, für z.B. Grenzgänger*innen und Au-pairs benötigt. Für eine längere Beschäftigung (von mehr als 90 Tagen) muss in den meisten Fällen eine kombinierte Genehmigung beantragt werden.

Weitere Informationen über die Arbeitserlaubnis und die kombinierte Erlaubnis finden Sie auf dieser Website der flämischen Regierung.

Digitale Bewerbung fast immer die Norm

Mit der neuen Regelung werden fast alle Arbeitskarten in einem digitalen Schalter zentralisiert. Neu im digitalen Schalter sind Arbeitsausweise für eine Beschäftigung von weniger als 90 Tagen und Arbeitsausweise für Grenzgänger*innen.

Bislang mussten diese Anträge per E-Mail bei der zuständigen Region eingereicht werden. Mit der Integration in die Plattform ‚Working in Belgium‘ wird dieser Prozess vollständig digitalisiert. Dies sollte das Verfahren für die Arbeitgeber einfacher, schneller und transparenter machen.

Übergangsfrist bis September 2026

In der Flämischen Region gilt eine Übergangsregelung. Bis zum 1. September 2026 können die Anträge für beide Arbeitskarten noch per E-Mail eingereicht werden. Danach wird der digitale Schalter die einzige Möglichkeit sein, diese Arbeitsausweise zu beantragen.

Andere Regionen stellen schneller auf das neue System um. Die Region Brüssel-Hauptstadt zum Beispiel hat ohne Übergangsfrist begonnen.

Verbindung zu bestehenden digitalen Verfahren

Der Übergang zur Digitalisierung ist Teil einer umfassenderen Entwicklung. Für kombinierte Genehmigungen für eine Beschäftigung, die länger als 90 Tage dauert, können Anträge bereits seit Mai 2021 über die digitale Plattform ‚Working in Belgium‘ gestellt werden. Mit der Erweiterung der Plattform werden nun auch kurzfristige Arbeitsgenehmigungen und Arbeitsgenehmigungen für Grenzgänger*innen in dasselbe System integriert.

Ausnahmen bleiben (vorerst)

Nicht alle Arbeitskarten können digital beantragt werden, zumindest noch nicht. Bestimmte Kategorien bleiben also noch außerhalb der Plattform. Dies betrifft insbesondere Au-pairs und speziell für die Region Brüssel-Hauptstadt, Hausangestellte. Für diese Gruppen werden die Anträge weiterhin per E-Mail eingereicht und die Arbeitserlaubnis wird weiterhin physisch zugestellt.

Was bedeutet das für Grenzgänger*innen?

Für Grenzgänger*innen, die in Belgien arbeiten und keine EWR-Bürger*innen sind, wird sich hauptsächlich das Verfahren ändern. Die Anträge werden digital über eine zentrale Plattform gestellt. Dies verringert das Risiko von Verwaltungsfehlern und erleichtert die Nachverfolgung und Bearbeitung der Anträge.

Arbeitgeber tun gut daran, sich rechtzeitig auf der Plattform ‚Working in Belgium‘ zu registrieren und für die flämische Region das Ende der Übergangsfrist am 1. September 2026 zu berücksichtigen.

Mit der Digitalisierung der Beantragung von Arbeitskarten für eine Beschäftigung von weniger als 90 Tagen und von Arbeitskarten für Grenzgänger*innen macht Belgien einen Schritt in Richtung vereinfachter Arbeitsmigrationsverfahren. Die Voraussetzungen für die Erteilung einer Arbeitskarte bleiben unverändert. Lediglich die administrative Schwelle für Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen wird gesenkt.

Ab dem 28. April 2026 können Sie die belgische Steuererklärung zur Personensteuer für das Einkommensjahr 2025 (Veranlagungsjahr 2026) einreichen. Diese Steuererklärung ist für alle in Belgien ansässigen Personen verpflichtend.

Abhängig von Ihrer persönlichen Situation gelten drei unterschiedliche Abgabefristen:

  • Steuererklärung in Papierform: spätestens bis 30. Juni 2026
  • Elektronische Steuererklärung über MyMinfin: spätestens bis 15. Juli 2026
  • Elektronische Steuererklärung über MyMinfin mit besonderen Einkünften (z. B. ausländische Berufseinkünfte): spätestens bis 16. Oktober 2026 

Beziehen Sie besondere Einkünfte, möchten die Steuererklärung jedoch in Papierform einreichen, bleibt die Frist vom 30. Juni 2026 weiterhin maßgeblich.

Erhalten Sie einen Vorschlag einer vereinfachten Steuererklärung, beziehen Sie besondere Einkünfte und möchten Sie von der verlängerten Abgabefrist bis zum 16. Oktober 2026 Gebrauch machen, wenden Sie sich bitte an den Föderalen Öffentlichen Dienst (FÖD) Finanzen. Dies ist telefonisch unter +32 2 572 57 57 (Code 17001) möglich.

Für das korrekte Ausfüllen der Steuererklärung benötigen Sie unter anderem folgende Unterlagen:

  • Ihre Jahresübersicht
  • Gehaltsabrechnungen
  • gegebenenfalls die Versicherungspolice der niederländischen Krankenversicherung
  • steuerliche Bescheinigungen

Stellen Sie sicher, dass Sie diese Unterlagen rechtzeitig zusammentragen und sorgfältig aufbewahren. Falls erforderlich, können sie der Steuererklärung als Anlage beigefügt werden.

Für Unterstützung beim Ausfüllen der Steuererklärung können Sie sich an den FÖD Finanzen wenden. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FÖD Finanzen leisten Unterstützung telefonisch oder in Ausnahmefällen nach vorheriger Terminvereinbarung. Dieser Service wird bis einschließlich 29. Juni 2026 angeboten. Einen Termin können Sie ganz einfach über folgende Website vereinbaren:
https://fin.belgium.be/de/privatpersonen/steuererklaerung/erklaerung-einreichen/steuererklaerung/termin-online-vereinbaren.

Wohnen Sie nicht in Belgien? Dann ist diese Steuererklärung für Sie nicht relevant. Die Steuererklärung der Nichtansässigen kann erst ab Anfang September 2026 eingereicht werden. In der Regel erhalten Sie hierzu eine Einladung per Post. Die Frist für die Einreichung der Steuererklärung der Nichtansässigen endet am 20. November 2026.

Die Steuererklärung gehört für viele zum Alltag – dennoch herrscht oft Unsicherheit darüber, wer sie abgeben muss und welche Fristen gelten. Entscheidend ist zunächst die Unterscheidung zwischen verpflichtender und freiwilliger Abgabe.

Fristen für verpflichtende Abgabe und bei freiwilliger Steuererklärung

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, muss diese grundsätzlich bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt einreichen (mehr dazu, wer verpflichtet ist, hier). Für das Steuerjahr 2025 endet die Abgabefrist am 31. Juli 2026. Wird ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, verlängert sich die Frist deutlich: Für 2025 gilt dann eine Frist bis zum 1. März 2027.

Deutlich entspannter ist die Situation für alle, die ihre Steuererklärung freiwillig abgeben. In diesen Fällen gilt die Frist bis zum 31. Juli nicht. Stattdessen haben Steuerpflichtige bis zu vier Jahre Zeit, ihre Erklärung einzureichen – es sei denn, sie werden vom Finanzamt zur Abgabe aufgefordert.

Besonderheiten bei grenzüberschreitenden Fällen

In grenzüberschreitenden Situationen besteht jedoch oft eine Abgabepflicht. Bei Wohnsitz in Deutschland besteht in den meisten Fällen eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung in Deutschland. Bei Wohnsitz in den Niederlanden oder Belgien besteht diese Pflicht meist nicht für beschränkt Steuerpflichtige. Stellen Steuerpflichtige jedoch einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht, müssen sie ebenfalls eine Steuererklärung abgeben.

Wichtige Unterlagen und praktische Hinweise

Unabhängig von der Frist ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dazu gehören insbesondere die Steuernummer, die Steuer-ID, Lohnsteuerbescheinigungen oder Rentenunterlagen sowie Nachweise über weitere Einkünfte und abzugsfähige Kosten. Wer seine Unterlagen vollständig und geordnet bereithält, spart Zeit und vermeidet Rückfragen des Finanzamts.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn Einkünfte aus dem Ausland vorliegen oder mehrere Tätigkeiten kombiniert werden. Auch das Arbeiten im Homeoffice kann steuerliche Auswirkungen für Grenzarbeiter haben – d.h., wenn Wohn- und Arbeitsort in unterschiedlichen Ländern liegen. In solchen Fällen kann sich das Besteuerungsrecht teilweise verlagern, weshalb eine sorgfältige Dokumentation der Arbeitstage sinnvoll ist. Mehr zur Homeoffice-Regelung bei Grenzpendlerinnen und Grenzpendlern zwischen Deutschland und den Niederlanden lesen Sie hier.

Für Arbeitnehmende mit Wohnsitz in den Niederlanden oder Belgien ist in der Regel das Betriebsstättenfinanzamt zuständig, für Rentnerinnen und Rentner im Ausland das Finanzamt Neubrandenburg.

Unterstützung bei der Steuererklärung bieten das kostenlose Online-Portal ELSTER der Finanzverwaltung, Steuerberater sowie Lohnsteuerhilfevereine. Achtung: Online-Tools und Apps sind in der Regel für grenzüberschreitende Sachverhalte schlecht geeignet. Bei komplexeren oder grenzüberschreitenden Sachverhalten kann eine individuelle Beratung helfen, Fehler zu vermeiden.

Zum 1. April 2026 wurde der belgische Mindestlohn erhöht. Das monatliche Mindestbruttoentgelt liegt nun bei 2.189,81 €. Dies ist der gesetzliche Mindestlohn. Der Arbeitgeber verpflichtet sich, dem Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin in Vollzeit ab 18 Jahren keinen niedrigeren Lohn zu zahlen. In Tarifverträgen können jedoch auch höhere Mindestlöhne vereinbart werden.