Wohnen in Deutschland, arbeiten in Belgien

Arbeitnehmer in Belgien zahlen in Belgien Lohnsteuer (bedrijfsvoorheffing). Dies gilt auch für Personen, die in Deutschland leben und in Belgien arbeiten. Als Grenzgänger können Sie unter bestimmten Voraussetzungen Abzüge und Vergünstigungen des belgischen Steuersystems nutzen (Erfüllung der 75%-Norm).

Ein Einwohner Deutschlands, der in Belgien erwerbstätig ist, unterliegt auch in Belgien der Sozialversicherungspflicht. Das heißt aber nicht unmittelbar, dass damit alle Ihre Rechte in Deutschland verloren gehen. Während eine Reihe von Aspekten in Belgien ganz anders geregelt sind, sind andere identisch. Beispielsweise sind Sie in Belgien meistens pflichtkrankenversichert, behalten jedoch Ihre Krankenkasse und können demgemäß in Deutschland auch weiterhin die medizinische Versorgung in Anspruch nehmen.

Sofern Sie vollarbeitslos werden, beantragen Sie in Deutschland Arbeitslosengeld.

Sofern Sie Kinder haben und Ihr Partner in Deutschland beschäftigt ist, wird vorrangig deutsches Kindergeld ausgezahlt. Belgien kann diesen Betrag unter Umständen aufstocken, sofern das belgische Kindergeld höher ist. Sofern Ihr Partner nicht arbeitet und keine deutsche Zahlung erhält, besteht Anspruch auf belgisches Kindergeld. Ist das belgische Kindergeld niedriger, wird es gegebenenfalls von Deutschland aufgestockt.

In Belgien wird die Altersvorsorge über den Federale Pensioendienst (föderaler Pensionsdienst) geregelt. Sie bauen sich dabei eine Rustpensioen (Altersrente) auf. Kollektive Rentenversicherungen (Gruppenversicherungen) sind in Belgien gang und gäbe. Um eine Overlevingspensioen (Hinterbliebenenrente) zu beziehen, muss der Begünstigte verheiratet gewesen sein.

Die in Belgien einbehaltene Lohnsteuer richtet sich auch nach der Zahl der Kinder/unterhaltsberechtigten Personen.